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Artenvielfalt

Artenvielfalt: Mehr Nützlinge durch Verzicht auf Rasen

Schmetterlinge bevorzugen Flächen, die seltener gemäht werden.
am Montag, 19.09.2022 - 11:00 (1 Kommentar)

Seltenes Mähen fördert Nützlinge. So können Gemeinden die Artenvielfalt fördern

Häufiges Mähen reduziert die Artenvielfalt, ein häufig gemähter Rasen noch einmal mehr. Besonders nützliche Insekten profitieren von einer selteneren Mahd. «Wenn Wiesen nur zweimal im Jahr gemäht werden, kommt das vor allem Wildbienen, Schmetterlingen und Wanzen zugute», sagt der Biologe Jens Rolff von der Freien Universität (FU) Berlin.

Was können Städte und Gemeinde für den Artenschutz tun?

„Überraschend ist, dass der Anteil der Schadinsekten wie Mücken oder Wurzelschädlinge nicht signifikant zunimmt.“ Dass Schadinsekten sich nicht so stark ausbreiten, wenn die Vielfalt zunimmt, sei möglicherweise mit der steigenden Zahl der Beutegreifer wie etwa räuberischer Käfer, Wespen und Spinnen zu erklären.

"Dadurch können bestimmte Insekten, die in verarmten Lebensräumen sehr hohe Zahlen erreichen, nicht so überhandnehmen", erklärt der Wissenschaftler. Besonders Städte und Gemeinden könnten durch selteneres Mähen mehr für die Artenvielfalt tun. In Städten wie Berlin machen öffentliche Grünflächen beispielsweise 30 Prozent der Fläche aus. Auf den Grünflächen der Universität wurde das Mähen schon reduziert. Die Biologen der FU konnten dort eine zum Teil vierzigfach höhere Menge an Insekten nachweisen.

Warum fördert der Verzicht auf Mahd die Insekten?

Gerade Schmetterlinge und Wildbienen benötigen etwa Vegetation, die im Winter stehen bleibt, da sie beispielsweise in Stengeln nisten. Zu frühes und häufiges Mähen verhindert außerdem, dass Kräuter zur Blüte gelangen. Auf einem kurzen Rasen fänden Insekten kein Futter und keine Überwinterungsplätze.

Ganz neu sei der Effekt von einer höheren Artenvielfalt auf seltenen Flächen nicht. Allerdings hätten sich bisherige Studien meist auf ein oder zwei Standorte konzentriert. Die Studie der FU verglich hingegen Daten aus 26 verschiedenen Studien, die Standorte in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern miteinander umfassten. 

Mit Material von FU Berlin

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