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Aufreger: Sind Agroforstsysteme zukunftsträchtig?

Eine Wiese mit Sträuchern
am Mittwoch, 09.12.2020 - 10:29 (2 Kommentare)

Agroforstsysteme sollen helfen, sich gegen die Dürren und den Klimawandel zu wappnen. Auf Facebook sehen die agrarheute-User das sehr unterschiedlich.

Agroforstsysteme beziehen Gehölze, etwa Wertholz, schnellwachsende Baumarten oder Sträucher, als auch extensive Tierhaltung in die Landbewirtschaftung ein! So sollen sie helfen, sich gegen Dürren und den Klimawandel zu wappnen, wie agrarheute hier berichtete.

Auf Facebook jedoch löste diese These eine heftige Diskussion unter den Usern aus.

Förderung zukunftsweisender Bewirtschaftungsformen

Andreas M. hält das Ganze für einen interessanten Ansatz und hofft, dass er auf lange Sicht auch so gut ist, wie es den Anschein hat: „Dass derart zukunftsweisende Bewirtschaftungsformen nicht durch EU-Gelder gefördert werden, nur weil die deutsche Politik pennt, ist mehr als peinlich! Eugen S. entgegnet jedoch: „Wir haben eine (einzelne) Baumreihe an einer Wiese! Im Sommer sieht man genau, wie weit die Baumwurzeln reichen. Da wächst bis zu 10 Meter weg gar nix mehr!

Martin G. schreibt: „Es verwundert mich, wie viele Kommentatoren das Agrarforstsystem ablehnen oder als Unfug sehen. Es gibt ja viele sinnvolle Ansätze und die Feldflur ist häufig komplett ausgeräumt.

Schattenwurf und zu hoher Arbeitsaufwand

Erich W. hat eine klare Meinung: „Schattenwurf ohne Ende und das Getreide bleibt grün. Kompletter Schwachsinn.

Auch Josef H. kommentiert: „Gibt es schon etwa 40-50 Jahre! Arbeitstechnisch, vor allem bei Flächen, die bewässert werden müssen, fast nicht machbar. Zu hoher Arbeitsaufwand, die Bäume müssen auch gepflegt werden, Erträge gehen nach ein paar Jahren massiv zurück (wenn die Bäume eine gewisse Größe erreicht haben). Am Schluss weiß niemand, was das Holz in Zukunft bringt, in 30-40 Jahren. Man hat ja schon heute keine Planungssicherheit mehr. Weiß nicht, was verboten, reguliert wird.

Tiefwurzelnde Gehölze mit fraglicher Wertschöpfung

Alexander M. hält es ebenfalls für unpraktikabel: „Funktioniert niemals. Die Bäume ziehen soviel Wasser - da wächst nichts daneben.

Martin F. entgegnet allerdings: „Man muss tiefwurzelnde Gehölze wählen, die nur aufs Grundwasser gehen, wie z. B Pappeln. Gleichzeitig gibt er jedoch zu bedenken: „Das größte Problem in meinen Augen ist die Wertschöpfung. Von den gepflanzten Energiepappeln, hat man nach ein paar Jahren nicht mehr, als ein paar minderwertige Hackschnitzel. Daher ist das sowieso ohne sehr hohe Förderung kaum wirtschaftlich. Und gefördert wird das ja dann eh nur mit Basisprämie.

Klimatische Umstände, Kombination und Regenmenge

Bernhard T. berichtet:  „In Frankreich seit den 70ern, kaum bis keine Ertragsminderung und Wertholz, Nuss und Kastanienbäume für mehrere Millionen auf den Feldern stehen, aber hier wird alles kategorisch abgelehnt...

Ulrich P. antwortet ihm: „Das kommt sehr auf die klimatischen Umstände, die Kombination und vor allem die Regenmenge an. Der Boden muss sehr intensiv bearbeitet werden, sonst ziehen die Bäume den Ackerpflanzen das Wasser weg, ebenso ein Problem - das Licht. Kann unter Umständen gehen, in Deutschlander aber sicher problematisch.

Agroforsten: Grundwasserspiegel besonders wichtig

Jürgen M. erzählt: „Gesehen, schon mit einer Wertholzplantage. Hier sind Paulownia-Bäume zum Beispiel ideal. Ich habe dieses Jahr selbst eine Plantage auf 3000 qm angelegt. Mal sehen, was die nächsten Jahre so geht!

Martin H. kommentiert hierzu: „Ich meine, damit das funktioniert, muss der notwendige Regen fallen! Hierbei handelt es sich um ein System, das eine schlechte Niederschlagsverteilung durch höhere Humusgehalte besser für die Pflanzen verfügbar hält. Dazu werden aber eben diese Wassermengen benötigt. Gibt es flach anstehendes Grundwasser, kann vielleicht auch noch etwas gepumpt werden, aber bei 70-80 Meter Grundwasserspiegel halte ich das für nicht praktikabel. Es kann ja gerne von den deutschen Universitäten mit ihren Versuchsgütern unter den regionalen Gegebenheiten ausprobiert werden - dann wissen wir mehr!

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