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Aufreger: Ausgleichsflächen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Pflanzenschutz auf Acker
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Eva Eckinger, agrarheute
am
08.11.2018

Die Forderung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze nach Ausgleichsflächen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln löste auf Facebook eine intensive Diskussion aus. Hier einige Stimmen unserer User.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat einen Plan für den Glyphosatausstieg vorgelegt. Gleichzeitig fordert sie einen Mindestanteil unbehandelter Ackerflächen als Gegenleistung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, die die Artenvielfalt nachweislich schädigen würden. Landwirte, die diese Mittel nutzen wollen, sollen auf ihren Ackerflächen also einen Mindestanteil an pestizidfreien Ackerlebensräumen garantieren.

Auf Facebook wurde dieser Vorschlag stark diskutiert. Hier die Stimmen der agrarheute-User.

Kind bekommt einfach neuen Namen

Johannes G. sieht das ganze sehr nüchtern: "Was für ein Ausstieg? Das Kind bekommt nen neuen Namen und alle sind glücklich." Christian S. aber kritisiert sarkastisch: "Ich schlage vor, dass jeder Flugzeug- und Kreuzfahrtschiffnutzer zum Ausgleich der damit verbundenen Schädigung der Umwelt einen Apfelbaum pflanzt!"

Konventionelle Landwirtschaft soll Bio werden

Christoph-Wilhelm R. hält Glyphosat auch weiterhin für die beste Lösung: "Die konventionelle Landwirtschaft soll offensichtlich immer mehr in Bio umgewandelt werden. Satte Bäuche können sich die Dekadenz ja auch erlauben!“ Tschid E. kritisiert diese Unterstützung von Glyphosat und stellt sich auf die Seite des Biolandbaus.

Christoph-Wilhelm R. aber entgegnet darauf: "Natürlich können wir uns auch über den relativ höheren Artenschwund, aufgrund der geringeren marktfähigen Ware unterhalten, weil Bio nun mal für dieselbe Menge mehr Fläche braucht." Für ihn wird sich die Wegwerfmentalität der Bevölkerung nicht ändern.

Artenschwund und bessere Preise für Bio

Tschid E. meint, mit ihm könne man gern über Artenschwund reden: "Im Biolandbau (Verbandsware) sind 10% Leguminosen-Flächen Pflicht! Weniger marktfähige Ware? Die Ware, die nicht den optischen Kriterien des Endverbrauchers entspricht (Obst), wird oft als Industrieware noch immer teurer gehandelt als konventionelle A-Ware."

Doch für Christoph-Wilhelm R. ist die Sache klar: "Dass es am Ende besser bezahlt wird, macht es dennoch nicht richtiger. Und mehr als im konventionellen Schnitt wird der Ertrag auch nicht! Du kannst zwar mit Leguminosen Stickstoff zuführen, aber dennoch kannst du nicht mineralisch düngen und so den eigentlichen Bedarf der Pflanzen decken. Du erntest also weniger."

Subventionen im Ökosektor kürzen

Nina M. meint zu Schulzes Plänen, dass dann aber die Subventionen oder die Abnahmepreise erhöht werden müssten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "Dann können wir doch alle Bio machen", so Nina "überspitzt".

Für Heiko S. ginge es wohl auch ohne Subventionen. Man müsse einfach den Markt so abschotten, dass nur Importe gestattet werden, die deutsche Mindeststandards erfüllen. Außerdem sollte man dann die Subventionen im Ökosektor kürzen, weil die Unterschiede ja auch geringer würden. "Kommt zumindest der geforderten Marktwirtschaft etwas realer entgegen", so Heiko.

EU: Unterschiede in den Anforderungen an Landbewirtschaftung

Nina M. antwortet hierauf, dass sie es "ketzerisch formuliert und auch gemeint" habe. Sie gehe nicht davon aus, dass die Regierung Importbeschränkungen oder -zölle auf Lebensmittel erheben werde, zumindest nicht innereuropäisch. Aber da liege nun schon die Krux, denn man habe ja bereits innerhalb der EU erhebliche Unterschiede in den Anforderungen an die Landbewirtschaftung.

Zu viel Emotion und zu wenig Sachlichkeit

Schade findet Nina es, dass sich Konventionell und Ökologisch ständig untereinander bekriegen würden. Alles habe seine Vor- und Nachteile und die Diskussion werde sowieso mit zu viel Emotion und zu wenig Sachlichkeit geführt.

Sie mahnt außerdem: "Anstatt sich an romantischen Gedanken festzuhalten, sollte man akzeptieren, dass sich nicht nur alle anderen Wirtschaftssparten Weiterentwickeln und Mechanisieren dürfen. Arbeitskräftemangel ist real und wir unterliegen ebenso dem Wettbewerb wie andere Staaten. Solange dies nicht politisch honoriert wird, fährt die Politik die Landwirtschaft eben an die Wand. [...] Wir sollten uns weniger untereinander bekämpfen, denn wenn es so weiter geht, hat auch Öko keine Zukunft auf dem Weltmarkt."

Mit Material von Facebook
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