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Forst

Bäume auf dem Acker: Bio-Energie aus Holz vom eigenen Betrieb

von , am
21.03.2013

Freising - Wie soll der eigene Betrieb mit Heizenergie versorgt werden, wenn das Erdöl zur Neige geht? Der Anbau von Energieholz in Agroforstsystemen könnte einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage liefern.

"Agroforstsysteme" zur Energieholzgewinnung bieten die Möglichkeit, mehrere Nutzungsformen auf derselben Fläche miteinander zu kombinieren. © LfL
Ein aktuelles Forschungsprojekt zum ökologischen Landbau an den beiden Landesanstalten für Landwirtschaft (LfL) und für Wald und Forstwirtschaft (LWF) geht dieser Frage nach. Denn nicht nur am Tag des Waldes spielen Bäume für die LfL eine Rolle.
 
Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist im ökologischen Landbau ein wichtiges Ziel. Die für den Anbau von Energiepflanzen bereitstehende Fläche ist jedoch begrenzt. Überschneidungen mit der Nahrungsmittelerzeugung sollen weitgehend vermieden und zugleich die Umweltgüter Boden, Wasser und Luft sowie die natürliche Biodiversität geschont werden.

Heizenergie vom eigenen Hof

Agroforstsysteme zur Energieholzgewinnung bieten die Möglichkeit, mehrere Nutzungsformen auf derselben Fläche miteinander zu kombinieren. Dabei werden schnellwachsende, stockausschlagfähige Baumarten streifen-förmig in eine Ackerfläche integriert. Die Bäume können in einem Zeitraum von 20 - 30 Jahren mehrmals beerntet werden. Die gewonnene Biomasse kann zur Wärmegewinnung oder zur kombinierten Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt werden.

Wirkung auf Ertrag und Qualität

Wie kann ein Agroforstsystem zur Energiegewinnung im ökologischen Landbau aussehen? Ein Kooperationsprojekt von LfL und LWF gibt erste Antworten auf diese Frage. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Seit April 2009 werden an zwei Standorten in Südbayern der Anbau von Energieholz sowie die Wirkungen von Energieholzstreifen auf den ökologischen Ackerbau untersucht. Eine Fläche liegt in der Nähe von Freising, eine zweite auf der LfL-Versuchsstation Neuhof bei Kaisheim. Neben der Wirkung der Energieholzstreifen auf Erträge und Qualitäten der Feldfrüchte wird zudem das Bestandsklima vor und hinter den Baumstreifen im Vergleich zum freien Feld gemessen. Diese Daten sollen dabei helfen, Mehr- oder Mindererträge sowie Qualitätsveränderungen im Einflussbereich der Baumstreifen zu erklären.
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Bodenfauna und Umwelt

Auch mögliche Veränderungen der Bodenfauna, insbesondere von Regenwürmern, werden untersucht. Veränderungen der Humusgehalte werden untersucht, um die Kohlenstoffspeicherung durch Agroforstsysteme abzuschätzen. Ein weiteres Schwerpunktthema des Projektes ist die Eignung von verschiedenen Baumarten zum Energieholzanbau im ökologischen Landbau. Zudem werden Maßnahmen erprobt, wie diese Bäume ohne den Einsatz von Herbiziden angebaut werden können.
    Erste Ergebnisse zu letztgenanntem Teilversuch sowie weitere Informationen zu dem Projekt "Entwicklung und Erprobung eines Agroforstsystems im Ökologischen Landbau" finden Sie auf den Internetseiten der LfL und der LWF. http://www.lwf.bayern.de/waldbewirtschaftung/holz-logistik/projekte/44059/ http://www.lfl.bayern.de/iab/oekologisch/42524/?context=/lfl/iab/oekologisch/
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