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Aus der Wirtschaft

Bayer CropScience zieht Bilanz

von , am
15.03.2014

Köln - Beim Jahrespressegespräch für die Fachmedien zogen Vertreter von Bayer CropScience Deutschland Bilanz und wagten einen Ausblick aufs kommende Geschäftsjahr.

Das neue Easyflow-System besteht aus einem Tankadapter und zwei Kanisteradaptern und kann an fast jeder herkömmlichen Spritze vom Landwirt selbst nachgerüstet werden. © Catrin Hahn
Mit dem vergangenen Jahr zeigte sich Geschäftsführer Helmut Schramm in seinem einführenden Statement ausgesprochen zufrieden. Mehrere wichtige Produkte wurden erfolgreich eingeführt und in einigen Marktsegmenten, beim Service sowie bei den Nachhaltigkeits-Aktivitäten - zu denen beispielsweise das Bee Care Center und das Phytobac-System gehören - wurden deutliche Akzente gesetzt.
 
Für 2014 kündigte Schramm die Einführung weiterer Produktneuheiten an.

Über 'willkürliche' Entscheidungen

Neben diesen positiven wirtschaftlichen Ergebnissen gab es aber noch einen Themenbereich, dem Schramm sich in seinen Ausführungen widmete: die schwierige Stellung der Landwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung. Und - damit zusammenhängend - Entscheidungen auf politischer Ebene, die nicht an wissenschaftliche Erkenntnisse geknüpft seien, sondern willkürlich zur Beruhigung meinungsstarker Bevölkerungsgruppen dienen würden.
 
Trotz optimistischer Lage auf den Märkten für landwirtschaftliche Erzeugnisse und positiver Grundstimmung in der Branche, die der jüngste Konjunkturbarometer Agrar ermittelt habe, sei die Kluft zwischen der Landwirtschaft und der übrigen Gesellschaft groß und wachse täglich weiter.

Innovationen 2014

Hans-Josef Diehl, Leiter Entwicklung, informierte über die in diesem Jahr zu erwartenden Produktneuheiten. Er kündigte zuverlässige Produkte in allen relevanten Pflanzenschutzsegmenten an.
 
Darunter mit Husar PLUS ein neues Getreideherbizid, das neben den Ungräsern Gemeiner Windhalm, Weidelgras Arten, Flughafer und Einjährigem Rispengras ein breites Spektrum dikotyler Unkräuter bekämpft.

 
In Kürze wird die Zulassung für eine neue insektizide Beize erwartet: Sonido. Sie eignet sich zur Kontrolle von Drahtwurm und Fritfliege im Mais und zeichnet sich insbesondere durch hohe Bienensicherheit und eine geringe Versickerungsneigung aus. Die Anwendung sei in diesem Jahr nach neuer Zulassungsrichtlinie bereits möglich, durch Import aus Nachbarländern mit bestehender Sonido-Registrierung.
 
Nach dem Einstieg in den Saatgutmarkt mit den ersten beiden Raps-Liniensorten im vergangenen Jahr wird Bayer nun erstmals eine Rapshybride in Deutschland vermarkten. Die Sorte Flyer zeichne sich durch hohe bis sehr hohe Korn- und Ölerträge, geringe Lagerneigung und gute Phoma-Toleranz aus. 

Schwierige Situation bei insektiziden Rapsbeizen

Auch auf die Situation bei den insektiziden Rapsbeizmitteln ging Diehl ein. Aufgrund eines von der Europäischen Kommission verhängten zweijährigen Anwendungsverbot von drei Pflanzenschutz-Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonikotinoide sei derzeit vor allem die Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege unmöglich und die vom Rapserdfloh enorm aufwendig.
 
Diehl bezeichnete die Aussetzung der Zulassung als unverhältnismäßig, wissenschaftlich undifferenziert und schädlich für die Landwirtschaft. Auch das sei ein deutliches Beispiel für die fatale Orientierung des Gesetzgebers an öffentlicher Meinung. Schließlich zeige die objektive Auswertung aller Versuche, dass die den Neonikotinoiden zur Last gelegte Schädigung von bestäubenden Insekten nicht zutreffe.
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