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Pflanzenschutz

Bayer: Dicamba in den USA weiter erlaubt

Pflanzenschutz in Soja
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
02.11.2018

Bayer ist in der US-Presse nahtlos präsent: Die Zulassung von Dicamba wurde verlängert und der Kläger gegen Glyphosat hat seinen Schadensersatz akzeptiert.

Dicamba darf in den USA vorerst weiter verwendet werden. Das allerdings unter Einschränkungen und vorerst nur bis 2020. Die Umweltschutzbehörde EPA hat die Zulassung jetzt verlängert.

Das Herbizid spielt in den USA etwa beim Anbau von GVO-Soja oder Baumwolle eine Rolle. Genveränderte Sorten sind gegen den Wirkstoff resistent.

Um sicherzustellen, dass das Mittel richtig angewendet wird, machte die EPA Auflagen. So darf nur noch speziell geschultes Personal das Mittel ausbringen. Bisher hatte ein geschulter Aufseher ausgereicht. Zudem muss unter bestimmten Umständen ein Abstand zu den Feldrändern eingehalten werden. Für Baumwolle sind weniger Behandlungen erlaubt als bisher.

Schäden auf Nachbarkulturen

Dicamba hatte für negative Schlagzeilen gesorgt, weil der Wind das Mittel auf Felder wehte, auf denen Sojabohnen angebaut wurden, die gegen das Mittel nicht immun sind. Wegen der Schäden auf Nachbarfeldern fordern mittlerweile zahlreiche Bauern in den USA Schadensersatz in Sammelklagen, die sich neben Bayer auch gegen die Wettbewerber BASF und DowDuPont richten.

Die Bayer AG führt die Probleme vor allem auf eine unsachgemäße Verwendung des Mittels zurück und steckte zuletzt viel Geld in die Schulung von Landwirten. Dem Unternehmen zufolge gingen die Beschwerden 2018 deutlich zurück, obwohl sich die Anbaufläche 2018 im Vergleich zum Vorjahr demnach auf rund 20 Millionen Hektar verdoppelte.

Dicamba hierzulande wenig bedeutend

In Deutschland spielt der Wirkstoff Dicamba eine untergeordnete Rolle. Im Ackerbau ist er im Mais als Spezialmittel gegen Winde oder Hirsen zugelassen, beispielsweise unter den Produktnamen Banvel oder Task.

In größerem Umfang wird er in zahlreichen Baumarkt-Produkten für die Heim-und-Garten-Anwendung auf Rasenflächen angeboten.

Kläger nimmt Glyphosat-Urteil an

Unterdessen hat der an Lymphdrüsenkrebs erkrankte Hausmeister Dewayne Johnson den millionenschweren Schadensersatz in seinem Glyphosat-Prozess akzeptiert. Vergangene Woche hatte ein US-Gericht die ursprünglich zugesprochenen 289 Millionen Dollar auf 79 Millionen reduziert. Dem stimmte der Kläger jetzt zu.

Dem Antrag von Bayer auf einen neuen Prozess wurde aber nicht stattgegeben. Der Konzern will trotzdem gegen das Urteil vorgehen. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass das Urteil im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen stehe, wie ein Sprecher erklärte.

Mit Material von dpa, Bayer, BVL, Bär

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