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Forst

Die Bayerischen Staatsforsten im Visier der Umweltaktivisten

von , am
27.02.2012

Die Umweltorganisation Greenpeace wirft der Bayrischen Staatsforsten Verstöße gegen Naturschutzgesetz vor. Das bayerische Forstwirtschaftsunternehmen weist die Vorwürfe entschieden zurück.

 
Greenpeace hat eine Kampagne zum Schutz des Waldes ins Leben gerufen und ein Protestcamp im bayerischen Spessart errichtet. Die Umweltschützer befürchten einen profitorientierten Kahlschlag durch das Vorgehen der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Es würden wertvolle Laubholzbestände gefällt und nichtheimische Baumarten gepflanzt - wie zum Beispiel die nordamerikanische Douglasie, so der Vorwurf.
 
Laut Greenpeace verstoßen die BaySF mit ihren Waldbauaktivitäten im bayerischen Spessart gegen europäische Naturschutzrichtlinien und Bundesnaturschutzgesetz. Die Umweltorganisation fordert nun, dass 140-jährige Laubbäume im Spessart aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen werden.

Aktivisten errichteten ein Waldcamp

Um Verstöße der BaySF aufzudecken, haben die Umweltschützer ein Waldcamp im Spessart errichtet. Seit dem 2. Februar dokumentieren 20 Greenpeace-Aktivisten den gesamten Alt-Baumbestand und erstellen Karten von schützenswerten Gebieten. Die Organisation sieht Dokumentationsbedarf, da Bayern dem Bund keine Auskunft über seine öffentlichen Wälder gibt.

Am 23. Februar veranstaltete Greenpeace in München eine Pressekonferenz mit dem Thema "Zerstörung alter Buchenwälder in Bayern" und stellte erste Ergebnisse vor. Bisher wurden zirka 1.000 Hektar Wald dokumentiert, insgesamt sollen 15.000 Hektar kartografiert werden. Die Umweltschützer präsentierten Bilder von den Waldbaumaßnahmen der BaySF mit dem Vorwurf des Kahlschlags. Zur Frage nach den Kosten des Projekts konnte Greenpeace keine Antwort geben.

Der Buchenwaldbestand wächst

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) weisen die Vorwürfe als haltlos zurück. Es werde nachprüfbar nicht mehr genutzt als nachwächst. In Wahrheit nehme der Buchenbestand zu. "Gerade in der Buche ernten wir seit Jahren mit durchschnittlich 560.000 Festmetern nur rund die Hälfte des jährlichen Zuwachs. So ist der Vorrat an alten starken Buchen gegenüber 1999 um mehr als eine Million Festmeter angestiegen", so BaySF-Vorstand Reinhardt Neft.
 
Eine Ausbeutung des Waldes finde nicht statt, denn die Bayerischen Staatsforsten hielten sich an den gesetzlichen Auftrag, naturnahe Forstwirtschaft zu betreiben. Man betreibe Waldumbau, der stabile Mischwälder fördert, den Naturverjüngungsanteil erhöht und den Laubholzanteil steigert. Dennoch wolle man jeden einzelnen Vorwurf sorgsam prüfen.
 
"Bei den gezeigten Bildern handelt es sich um normale waldbauliche Maßnahmen", kommentierte Philipp Bahnmüller, Pressesprecher der BaySF, die Fotos von Greenpeace. 
 
Lesen Sie hier Informationen zur Waldschutzstrategie 2020 ...

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