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Bayern: Ertrag leicht über Vorjahrsniveau

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von , am
22.08.2012

München - Auswinterungsschäden und Frühjahrstrockenheit sorgten in Teilen Nordbayerns für Ertragsausfälle. In Südbayern sind die Getreidebauern mit den Hektarerträgen zufrieden.

© Serfling
Mit insgesamt 6,5 Millionen Tonnen Getreide liegt die Ernte 2012 leicht über der Vorjahresmenge und knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Die bayerischen Ackerbauern blicken besonders in Nordbayern auf ein Anbaujahr mit extremen Wetterkapriolen zurück. Über 100.000 Hektar Wintergetreide wurden durch die Kahlfröste im Winter so stark geschädigt.
 
Die Folgen von Frost und Trockenheit zeigen sich besonders durch enorme regionale Ertragsunterschiede bei Winterweizen, -gerste oder Raps. "Allein bei Wintergerste haben wir nach den ersten Meldungen bei den Erträgen eine Spannweite von 20 bis 105 Dezitonnen je Hektar", erklärt Georg Wimmer, Stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. Aus Regionen, in den keine Frostschäden auftraten und die Bestände im Frühjahr gut mit Wasser versorgt waren, werden überdurchschnittliche Hektarerträge gemeldet.

Landwirte brauchen Preisanstieg

Die überdurchschnittlichen Kostensteigerungen von bis zu elf Prozent bei Düngemitteln und für Diesel und Pflanzenschutzmittel sowie die den Betrieben entstandenen hohen Kosten für Umbruch und Neuansaat relativierten das stabile Erzeugerpreisniveau bei 230 Euro je Tonne, so der Bayerische Bauernverband. Im Vergleich zu den Getreidepreisen im Jahr 2008 oder 2010 mit über 30 Euro für den Doppelzentner ist das aktuelle Preisniveau aufgrund der stark gestiegenen Produktionsmittel also notwendig, um kostendeckend arbeiten zu können. „Wenn wie in diesem Jahr in Franken und den bayerischen Mittelgebirgslagen Auswinterung oder Trockenheit Schäden und Zusatzkosten verursachen, ist der Getreideanbau für diese Betriebe ein Verlustgeschäft.“

Debatte um Backwarenpreise

Die bei steigenden Getreidepreisen aufkeimende Diskussion um Backwarenpreise findet Wimmer geradezu lächerlich. Es sei allen Bäckern bekannt, dass Lohnkosten, Mieten oder Energiekosten eine größere Rolle spielen als der Mehlpreis. "Selbst wenn sich der Preis für Brotgetreide verdoppeln würde, würde eine Semmel nur einen Cent mehr kosten“, so Wimmer.
 
"Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel wie Backwaren, Milch und Fleisch seien keine Selbstverständlichkeit und müssen es uns wert sein, mehr dafür zu bezahlen, wie es die Verbraucher ja auch in vielen Umfragen immer wieder bekräftigen", so Wimmer. In Zeiten, in denen jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilo Lebensmittel wegwerfe und nicht einmal elf Prozent seines Einkommens für Nahrungsmittel aufbringe, hätten nach Wimmers Auffassung diese Wertschätzung und das Verständnis noch nicht eingesetzt.

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