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BDP begrüßt DBV-Forderungen nach Grenzwerten

von , am
06.07.2010

Bonn - Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP) begrüßt die Forderung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner nach GVO-Grenzwerten für Saatgut.

© Werkbild

Anlass für diese Forderung ist laut Darstellung des BDP der aktuelle Fall vermeintlicher Spuren von GVO in konventionellem Saatgut - festgestellt durch Behörden in Niedersachsen - und die darauf folgenden unangemessenen Umbruchverfügungen. Dem BDP zufolge hatte Sonnleitner mit Bezug auf Saatgut deutlich gemacht, dass minimalste Spuren gentechnischer Veränderungen in konventionellem Saatgut heute aufgrund der globalen Verbreitung der Biotechnologie in der modernen Landwirtschaft unvermeidbar seien. Eine Nulltoleranz sei daher nicht möglich. Deshalb müsse es einen Grenzwert geben.

Eine solche Regelung könne man in Deutschland jetzt schon einführen; andere Länder der EU gingen schließlich ebenfalls so vor. Der DBV-Präsident habe die Politik aufgefordert zu handeln, so der BDP. Es bedürfe einer nationalen Regelung zur Einrichtung eines Grenzwertes für Saatgut sowie der Absicherung der meist zweifelhaften analytischen Befunde durch eine B-Probe.

Rechtssicherheit für Pflanzenzüchtung schaffen

"Wir begrüßen die Position des Bauernverbandes ausdrücklich", betonte BDP-Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer in einer Stellungnahme. Ohne die Schaffung von Rechtssicherheit durch eine technische Lösung für Saatgut würden in Zukunft immer häufiger wertvolle Saatgutpartien vernichtet oder - was noch schlimmer sei - wachsende Pflanzenbestände umgebrochen. Das sei weder moralisch noch finanziell vertretbar und bringe erhebliche Belastungen mit sich, nicht nur für die Pflanzenzüchter, sondern auch für die deutschen Landwirte.

Saatguthandel steht in einem internationalen Kontext

Schäfer erinnerte daran, dass die Saatgutproduktion im offenen Feldanbau erfolge und der Saatguthandel in einem internationalen Kontext stehe. Andere Länder in Europa hätten daher für Saatgut bereits Lösungen gefunden. Warum Deutschland dies nicht gelinge, sei unverständlich. Aus Sicht des BDP sei diese Situation jedenfalls nicht länger akzeptabel.

Rückendeckung von Maiszüchtern

Auch die Maiszüchter schlossen sich uneingeschränkt den Forderungen des DBV nach GVO-Grenzwerten für Saatgut und B-Proben an. Mit Sonnleitner stimme man überein, dass es aufgrund der Untätigkeit des Gesetzgebers zu keinen weiteren Beeinträchtigungen der deutschen Landwirtschaft kommen dürfe, erklärten der BDP, das Deutsche Maiskomitee (DMK) und 13 Maiszüchter in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

"Aktuelle Sitation nicht länger akzeptabel"

In keinem anderen europäischen Land würden Äcker mit Maispflanzen aufgrund geringfügiger Einträge gentechnischer Veränderungen umgebrochen. Die rigorosen Maßnahmen deutscher Behörden seien schon deshalb nicht verhältnismäßig, da die beanstandeten gentechnischen Veränderungen in der Europäischen Union als Nahrungs- und Futtermittel zugelassen seien und somit keinerlei Gefahr von ihnen ausgehe. Eine Nulltoleranz, wie sie in Deutschland praktiziert wird, ist aus Sicht der Maiszüchter biologisch und technisch nicht realisierbar. Wer dies dem Verbraucher verspreche, täusche ihn vorsätzlich. (AgE)

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