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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Bettina Hanfstingl: „Gülle kann man nicht wegdiskutieren“

Gülleausbringung auf Grünland
am Freitag, 29.03.2019 - 10:30 (Jetzt kommentieren)

Milchviehhalterin Bettina Hanfstingl nutzt die Düngeverordnung, um tiefer ins Grünland einzusteigen. Sie will einer großen Unbekannten auf den Zahn fühlen: Wieviel ernte ich eigentlich?

Die Praktikerkolumne "Kopfdünger" finden Sie jeden Monat im Pflanzenbauteil Ihres agrarheute-Magazins und auf www.agrarheute.com/kopfduenger. Dieses Mal schreibt Bettina Hanfstingl aus der Nähe von Rosenheim. Diskutieren Sie mit und nutzen Sie die Kommentarfunktion unten!

Arbeit soll und darf auch Spaß machen. Eins der besten Dinge, die die Landwirtschaft in dieser Hinsicht zu bieten hat, ist das Güllefahren. Zumindest legen die zahlreichen Posts in den sozialen Medien diesen Schluss nahe – nicht nur zum Ende der Sperrfrist.

Es ist ja auch was Schönes, Äcker und Grünland passgenau mit Nährstoffen und organischem Material zu versorgen. Hightech macht‘s möglich.

Jeder kann die Verstöße sehen

Deshalb ist es echt schwierig zu erklären, wenn ausgerechnet beim Güllefahren die Ideallinie immer wieder mal sogar um mehrere Meter verpasst wird, etwa an malerischen Bachgräben. Die Politik hat die Regeln in diesem Jahr nochmals verschärft.

Verstöße sind schon deshalb besonders heikel, weil sie jeder sehen kann. Gülle lässt sich nur ganz schwer wegdiskutieren.

Von der lästigen Pflicht zum Nutzen für den Betrieb

Was dagegen niemand sehen kann, sind wir Bauern, die jetzt noch länger im Büro sitzen, um alle nötigen Dokumente für die Düngeverordnung zu erstellen. Es gibt wirklich Erfreulicheres.

Doch als ich mich mit den trockenen Zahlenreihen rund um Stoffströme, Bilanzen und Lagerraumberechnung eine längere Weile beschäftigte, passierte etwas Kurioses: Es machte mir zunehmend Spaß, unseren Betrieb mit selbst gebastelten Tabellenkalkulationen abseits der klassischen Buchführung richtig zu zerpflücken.

Welchen Flächen verwerten die Gülle gut - und welche nicht?

Die große Unbekannte ist bei der Bilanzierung unseres Milchviehbetriebs der Ertrag vom Grünland. Ich habe mir vorgenommen, in dieser Saison noch genauer hinzuschauen, was bei den Wiesen am Ende rauskommt. Die organische Düngung wird eingeschränkt, also ist es gut zu wissen, welche Schläge eingekauften Mineraldünger honorieren und welche nicht.

Wir können die Regelungen nicht ignorieren. Also versuchen wir, das Beste daraus zu machen – eine Herausforderung für jeden Betriebsleiter.

Zur Autorin: Bettina Hanfstingl

Bettina Hanfstingl

Die Milchviehhalterin aus der Nähe von Rosenheim im oberbayerischen Voralpenland hat eine besondere Leidenschaft fürs Grünland. Sie wollte immer schon genauer wissen, was im Boden unter ihren Wiesen und Weiden passiert.

Neben Betrieb und Familie bildet sie sich in einem pflanzenbau Fernstudium in Bernburg weiter und bloggt in den sozialen Netzwerden.

Für agrarheute schreibt sie regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

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Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe April 2019 erschienen.

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