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BfR bewertet Glyphosat als unbedenklich

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von , am
09.12.2013

Das Bundesamt für Risikobewertung hat den Einsatz von Glyphosat neu bewertet und kam zu dem Ergebnis, dass das Mittel keine schädigende Wirkung auf die Tiergesundheit hat.

Monsanto Aktionäre haben der Fusion mit Bayer zugestimmt. © Mühlhausen/landpixel
"Die Analyse der zahlreichen neuen Dokumente ergibt keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchtstieren", gab das Bundesamt für Risikobewertung im Rahmen der Neubewertung bekannt. Es gebe daher keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte insbesondere der täglich duldbaren Aufnahmemenge (ADI) wesentlich zu verändern.
 

Kein negativer Einfluss auf Magenflora

Darüber hinaus hat ein vom BfR initiiertes und von der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführtes Forschungsprojekt erstmals den Einfluss eines glyphosat- und tallowaminhaltigen Pflanzenschutzmittels auf den Stoffwechsel und die mikrobielle Population des Vormagens bei Wiederkäuern untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in dem Bericht des BfR enthalten. Sie zeigen, dass der Wirkstoff Glyphosat und die Beistoffe keinen negativen Einfluss auf die Mikroflora des Vormagens haben. Es gibt auch keine Hinweise, dass Bakterien der Spezies Clostridium sich unter dem Einfluss von Glyphosat verstärkt vermehren.

Sikkation auf dem Prüfstand

Die BfR-Kommission "Pflanzenschutzmittel und ihre Rückstände" ist in die gesundheitliche Risikobewertung von Glyphosat nicht eingebunden. Das BfR prüft weiter, ob wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, die aus Sicht der gesundheitlichen Risikobewertung eine Einschränkung der Zulassung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln zum Zweck der Sikkation oder in anderen Anwendungsgebieten rechtfertigen. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes fordert die Mehrheit der Länder im Bundesrat die Glyphosatanwendung zur Ernteerleichterung zu verbieten.

Hintergrund: Glyphosat-Neubewertung

Derzeit wird im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung geprüft, ob eine weitere Genehmigung des Wirkstoffes Glyphosat für den Einsatz in Pflanzenschutzmitteln möglich ist. Berichterstattender Mitgliedsstaat für Glyphosat ist Deutschland. Den Entwurf des Teilberichts für die gesundheitliche Risikobewertung hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) abgeschlossen. Es wurden zusätzlich zur erneuten Bewertung der bereits in die erste Wirkstoffprüfung eingeflossenen Dokumente mehr als 150 neue, nach den OECD Guidelines und GLP durchgeführte toxikologische Originalstudien und über 900 neu in wissenschaftlichen Zeitschriften publizierte Studien geprüft und ausgewertet.
 

Bewertungsprozess bis Ende 2014

Der deutsche Entwurf des Berichtes für die Gesamtbewertung von Glyphosat bildet nach Übersendung an die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Grundlage für die öffentliche Konsultation mit allen interessierten Stakeholdern sowie die anschließende Diskussion mit den Experten der Mitgliedstaaten im so genannten Peer Review-Verfahren, das von der EFSA gesteuert und voraussichtlich Ende 2014 abgeschlossen wird. Danach wird anhand des deutschen Bewertungsberichts unter Berücksichtigung der eingegangenen Kommentare über die weitere Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat durch die Kommission entschieden. Alle Bewertungsberichte und wissenschaftlichen Stellungnahmen, die zur öffentlichen Konsultation vorgesehen sind, können auf der EFSA-Website eingesehen und kommentiert werden.
 
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