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BMEL-Erntebericht: 48,2 Millionen Tonnen Getreide

von , am
31.08.2015

Bei der diesjährigen Getreideernte gibt es regional extreme Unterschiede. Die Trockenheit hat in einigen Regionen zu erheblichen Ertragseinbußen geführt. Insgesamt ist die Getreideernte aber durchschnittlich.

Die deutschen Landwirte ernteten in diesem Jahr 48,2 Millionen Tonnen Getreide. © DBV
Die deutsche Getreideernte wird einschließlich Körnermais insgesamt rund 48,2 Millionen Tonnen erreichen. Das mehrjährige Mittel von 46,8 Millionen Tonnen wird damit um drei Prozent übertroffen. Dies ist das vorläufige Ergebnis der "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE)" auf der Basis von repräsentativen Ertragsmessungen.
Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilt, gibt es in diesem Jahr allerdings eine ungewöhnlich große Spannweite von Ernteergebnissen.

Weizen: 5 Prozent weniger als im Vorjahr

Weizen ist in Deutschland die wichtigste Getreideart: 26,4 Millionen Tonnen wurden geerntet, fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als 98 Prozent dieser Menge entfällt auf Winterweizen. In diesem Jahr werden für Winterweizen im Bundesdurchschnitt Hektarerträge von 81 Dezitonnen erreicht.
 
In Norddeutschland liegen wie in den Vorjahren die Erträge noch wesentlich höher, auf leichten Böden wie etwa in Brandenburg oder auf von Trockenheit besonders betroffenen Standorten deutlich niedriger.

Roggen: 13 Prozent unter dem Vorjahr

Die Roggenernte fällt 2015 mit 3,35 Millionen Tonnen deutlich geringer aus als die Ernte des Vorjahres (- 13 Prozent). Die Landwirte schränkten den Anbau geringfügig ein und die sehr guten Hektarerträge des vergangenen Jahres konnten bei weitem nicht erreicht werden.
 
Zur Nahrungsmittelproduktion in Deutschland werden weniger als eine Million Tonnen Roggen benötigt. Daher stehen recht große Mengen für andere Verwendungen sowie für den Export zur Verfügung.

Wintergerste: 15,2 Prozent über dem Vorjahr

Die Ernte der Wintergerste, der am frühesten abreifenden Getreidekultur, erbrachte Hektarerträge von durchschnittlich 76,9 Dezitonnen, fast so viel wie im Vorjahr. Bei einer leicht ausgedehnten Anbaufläche übertrifft die Erntemenge mit 9,7 Millionen Tonnen diejenigen der letzten Jahre deutlich (+ 15,2 Prozent gegenüber dem mehrjährigen Mittel).
 
Das Ertragsniveau der Sommergerste fiel mit 55 Dezitonnen pro Hektar am erfreulichsten aus. Von einer etwas gestiegenen Anbaufläche wurden etwa 2,03 Millionen Tonnen Sommergerste eingebracht, die zum überwiegenden Teil zur Herstellung von Braumalz verwendet wird.

Hafer: Bisher kleinste verzeichnete Haferernte

Beim Hafer wurde bei mäßigen Erträgen die kleinste bisher verzeichnete Haferernte von nur 582.000 Tonnen eingebracht.
 
Für den Körnermais ist 2015 ein problematisches Jahr. Er litt in seiner Entwicklung an vielen Standorten in besonderem Maße unter der Trockenheit. Auf Grund des späteren Erntezeitpunkts ist eine Ernteschätzung derzeit nur mit Einschränkungen möglich.

Winterraps: 20 Prozent unter dem Vorjahr

Die Ernte an Winterraps, der in Deutschland bedeutendsten Ölfrucht, fällt wegen eines verringerten Flächenumfangs und widriger Witterungsbedingungen klein aus. Daneben könnte auch Schädlingsbefall eine Rolle gespielt haben. Mit knapp 5,0 Millionen Tonnen liegt die Erntemenge um 20,0 Prozent unter der Erzeugung von 2014 und um 8,2 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel. Die Ölgehalte der bisher im Rahmen der BEE untersuchten Rapsproben liegen im mehrjährigen Vergleich vergleichsweise hoch.
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