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BMELV legt Erntebericht 2013 vor

von , am
30.08.2013

Die Ernte 2013 fällt für viele Ackerfrüchte besser aus als erwartet. Das zeigt die aktuelle Erntebilanz des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

© Burkhardt Trautsch/aboutpixel.de
Trotz schwieriger Wetterbedingungen liegt die deutsche Getreide- und Rapsernte über dem langjährigen Mittel. Am Rande der Agrarministerkonferenz am Freitag in Würzburg sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner: "Allen Wetterturbulenzen zum Trotz können viele Landwirte in Deutschland eine positive Erntebilanz ziehen."
 
Die deutsche Getreideernte wird einschließlich Körnermais insgesamt rund 47,1 Millionen (Mio.) Tonnen (t) erreichen. Das langjährige Mittel (2007-2012: 45,3 Mio. t) wird damit um 4,0 Prozent übertroffen. Dies ist das vorläufige Ergeb­nis der "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE)" auf der Basis von repräsentativen Ertragsmessungen. Das Anbauverhältnis von Winterkulturen und Sommerkulturen zeigt, dass letztere in der Summe weiter an Bedeutung gegenüber den ertragsstärkeren Winterkulturen verlieren. Insgesamt wurde auf etwa 6,53 Mio. ha Getreide zur Körnergewinnung angebaut, etwa so viel wie im Vorjahr.

Gute bis sehr gute Getreideerträge

Die Hektarerträge sind bei Getreide laut BMELV im Erntejahr 2013 gut bis sehr gut ausgefallen. Im Durchschnitt aller Getreidearten erreicht der Hektarertrag nach den bisher vorliegenden Messungen 72,2 dt und liegt damit um 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das langjährige Mittel (67,8 dt/ha) wird um 6,4 Prozent überschritten.
 
Weizen ist in Deutschland die wichtigste Getreideart; davon wurden 24,9 Mio. t geerntet, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als 98 Prozent dieser Menge entfällt auf Winterweizen, von dem in diesem Jahr im Bundesdurchschnitt Hektarerträge von 80 dt erreicht werden. In Norddeutschland liegen wie in den Vorjahren die Ertragserwartungen noch wesentlich höher.
Die Roggenernte stellt 2013 mit 4,59 Mio. t die höchste seit über zehn Jahren dar. Da für den Nahrungsbedarf weniger als eine Million Tonnen Roggen benötigt wird, stehen recht große Mengen für andere Verwendungsmöglichkeiten sowie für den Export zur Verfügung.
 
Sehr unterschied­lich verlief die Entwicklung bei der Gerste. Zwar wurde mit 8,4 Mio. t wesentlich mehr Wintergerste als im Vorjahr geerntet. An Spitzenjahre konnte die Erntemenge jedoch wegen des im langjährigen Vergleich geringeren Anbauumfangs nicht anknüpfen. An Sommergerste wurde bei geringeren Anbauflächen und Erträgen eine Ernte von 1,96 Mio. t eingebracht. Auf etwa drei Vierteln der Sommergerstenfläche wird Braugerste angebaut. Für den Körnermais ist 2013 kein gutes Jahr. Der Mais litt am meisten unter dem Verlauf der Vegetationsperiode, so dass die Ertragserwartungen sehr verhalten sind.
 
Die Qualität der Getreideernte 2013 ist insgesamt zufriedenstellend. Beim Weizen liegen die Proteingehalte etwas unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Roggenernte präsentiert sich bisher mit durchweg sehr guten Backqualitäten. Schlecht sieht es dagegen bei den Preisen aus. So liegen die Erzeugerpreise in Deutschland für die meisten Getreidearten derzeit je nach Fruchtart laut BEMLV um 15 Prozent bis zu mehr als 30 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Folgen des wechselnden Wetters

Für Raps ging es an der Matif um 1,25 Euro aufwärts auf 368,75 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
Die Erntemenge an Winterraps erreicht wegen eines größeren Flächenumfang und recht hohen Erträgen 5,78 Mio. t, das ist die zweitgrößte Rapsernte, die nur von derjenigen des Jahres 2009 übertroffen wurde. Die Ölgehalte der im Rahmen der BEE untersuchten Rapsproben sind bisher vergleichsweise hoch.
 
Durch die kühlen und feuchten Witterungsbedingungen im Frühjahr kam es zu Verzögerungen bei der Obsternte und zu unterdurchschnittlichen Erträgen bei Erdbeeren, Äpfeln, Kirschen sowie Pflaumen und Zwetschgen. Auch die Spargelernte hat sich verzögert; hier fiel die Erntemenge unterdurchschnittlich aus.
 
Besonders gelitten hat in diesem Jahr der Kartoffelanbau aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse. Aufgrund des nassen Frühjahrs und der anschließenden sommerlichen Trockenheit mit hohen Temperaturen ist trotz unveränderter Anbaufläche mit einer niedrigeren Erntemenge als im vergangenen Jahr und überwiegend kleinen Größen zu rechnen.
Die Zuckerrüben werden laut BMELV aufgrund der späten Aussaat und der nicht optimalen Niederschlagsverteilung während der bisherigen Vegetationsperiode wohl ebenfalls eher niedrige Hektarerträge erzielen. Auch für den Wein waren die Vegetationsbedingungen nicht optimal. Allerdings wurden durch die sonnigen, warmen Tage im Juli und August Entwicklungsrückstände zumindest teilweise wieder aufgeholt. 

Gründland mit Problemen

Der erste Schnitt des Grünlands verspätete sich aufgrund des lang anhaltenden Winters. Zusätzlich wurde örtlich die Qualität der Heuernte und des Siliergutes durch anhaltende Niederschläge gemindert. Das Juni-Hochwasser in Bayern und in den östlichen Bundesländern sorgte teils für große Ausfälle. Der zweite und dritte Schnitt fiel fast überall besser aus, regional kam es jedoch durch die anhaltende Trockenheit im Sommer zu eher unterdurch­schnittlichen Erträgen.
 
Der Anbau von Silomais wurde zum ersten Mal seit Jahren nicht ausgedehnt. Er lag in diesem Jahr bei rund 1,995 Mio. ha (Vorjahr 2,038 Mio. ha). Diese Entwicklung ist nach Sicht des BMELV auch ein Ergebnis der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EGG). Darin wurde die Verwendung von Mais als Gärsubstrat in Biogasanlagen zum 1. Januar 2012 deutlich begrenzt, um der "Vermaisung" in Deutschland entgegenzuwirken. Was die Erntemenge angeht: Auch für diese Kultur führte der Witterungsverlauf zu erschwerten Bedingungen. Das Ertragsniveau lasse sich derzeit noch nicht sicher abschätzen.
 
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