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Minimalbodenbearbeitung

Mit Bodenbearbeitung CO2 einsparen?

Direktsaat
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
24.10.2017

Direktsaat bindet Kohlendioxid im Boden. Das stimmt und ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Doch eine Studie verlangt mehr. Wir haben sie uns genauer angesehen.

200 Mio. t CO2 – so viel Kohlendioxid könnte die europäische Landwirtschaft pro Jahr im Boden fixieren, wenn sie komplett auf konservierende Bearbeitung umstellen würde. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die die europäische Vereinigung für konservierende Landwirtschaft (ECAF) jetzt vorgestellt hat.

Auf Deutschland heruntergebrochen, wären das knapp 18 Mio. t/Jahr. Das entspricht rund 10 Prozent der jährlichen Einsparungsziele für den Zeitraum von 2005 bis 2030. Heute werden durch Direktsaat gerade mal 230.000 t/Jahr eingespart.

Lesen Sie im Kommentar "Boden muss die Familie ernähren", wie agrarheute-Redakteur Klaus Strotmann die Studie bewertet.

Wie Direktsaat den Klimawandel bremst

Warum sind Pflugverzicht und Minimalbodenbearbeitung so wichtig als Instrument gegen den Klimawandel? Die ECAF führt drei Faktoren an – eigentlich nichts Neues:

  1. Minimale Störung des Bodens. Mindestens 30 Prozent, besser 60 des Bodens sollten permanent bedeckt sein.
  2. Dauerhafte Begrünung. Stoppeln belassen, Untersaaten, Zwischenfrüchte – all das halten die organische Substanz und das Wasser im Boden, der Boden schwimmt nicht davon und Unkräuter werden unterdrückt.
  3. Vielfältige Fruchtfolgen. Vermehrungszyklen von Erregern werden so unterbrochen, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität verbessert.

Schutz von Boden, Wasser und Luft

Welche Verbesserungen kann konservierende Bodenbearbeitung für unsere wichtigsten Produktionsgrundlagen Boden, Wasser und Luft bringen?

  • Boden:
    • Weniger Erosion,
    • Mehr organische Substanz,
    • Bessere Struktur und Poren,
    • Mehr Biodiversität,
    • Verbesserte Bodenfruchtbarkeit.
  • Wasser:
    • Binden von CO2 als Kohlenstoff im Boden,
    • Weniger CO2-Emissionen in die Luft.
  • Luft:
    • Weniger Runoff (Auswaschen von Pflanzenschutzmitteln),
    • Bessere Trinkwasserqualität,
    • Höheres Wasseraufnahmevermögen.

50 Kohlekraftwerke weniger

Die ECAF spitzt es mit einigen Fakten zu:

4 ha unter Direktsaat würden die jährlichen CO2-Emissionen eines EU-Bürgers binden.

1 ha in Direktsaat spart so viel CO2 ein, wie 14 Autofahrten von Paris nach Berlin freisetzen.

Konservierende Landwirtschaft auf sämtlichen Flächen Europas spart so viel CO2 ein wie das Schließen von 50 Kohlekraftwerken.

Oder es würde so viel CO2 eingespart werden wie durch das Pflanzen von 65 Mio. ha Wald.

Bodenbearbeitung: Kurzscheibenegge Bednar-Atlas im Test

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