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Bodenbearbeitung: Wohin geht der Trend?

© Amazone
von , am
06.10.2015

Pflügen, grubbern oder konservierende Bodenbearbeitung? Wohin geht der Trend? Die Redaktion Lohnunternehmen haben 100 Lohnunternehmer befragt und festgestellt, dass der Pflug keine aussterbende Spezies ist.

Der Pflug wird aufgrund wachsender Herbizidresistenzen vor allem bei Ungräsern künftig verstärkt zum Einsatz kommen. © landpixel
Die meisten Landwirte bearbeiten ihre Flächen selbst. Aber die Komplettbewirtschaftung von Kundenflächen nimmt beständig zu - und damit auch die Bodenbearbeitung. Grund genug für die Redaktion Lohnunternehmen, dieses Themengebiet näher zu beleuchten und die Leser im Zuge des "Trend-Report Bodenbearbeitung" zu befragen.
 
Elke Rogers, Umfrage-Spezialistin des Verlages, hat Lohnunternehmer quer durch die Republik angerufen und die Antworten auf die Fragen der Redaktion von insgesamt 100 Teilnehmern zusammengestellt.

Platz 3: Pflügen

Arbeitsverfahren und Aussaattechnik sind die wichtigsten Aspekte für die wendende Bodenbearbeitung. © Lohnunternehmen
Besagte 100 Lohnunternehmer pflügen im Schnitt etwa 19.700 ha Fläche pro Jahr, was 23,3 Prozent der Fläche entspricht, die insgesamt von ihnen in der Bodenbearbeitung bearbeitet wird. Mindestens so erstaunlich ist: Anteilig wird auf leichten Böden mehr gepflügt als auf schweren. In der Reihenfolge leicht-mittel-schwer ergab die Umfrage die Verteilung 8.065 ha - 5.898 ha - 5.746 ha.
 
Im nächsten Schritt wollte die Redaktion Lohnunternehmen von den "Pflügern" wissen, was für sie die Hauptgründe für wendende Bodenbearbeitung sind. Demzufolge sind:
  • Arbeitsverfahren und Aussaattechnik die wichtigsten Aspekte.
  • danach steht die Ackerhygiene bezüglich Ungras und -kraut,
  • allerdings dicht gefolgt von der "Ackerhygiene Pilz- und Fusarienbefall".
Spannend an den Antworten waren die Unterschiede zwischen den einzelnen Bodenarten. So scheint das Thema Ackerhygiene auf den mittleren Böden gravierender zu sein als auf den schweren.

Platz 2: Grubbern

Für mittlere und schwere Böden steht die Kostenreduzierung im Vordergrund. © Lohnunternehmen
Welchen Stellenwert im Vergleich zum Pflug hat die nicht wendende, tiefgründigere Bodenbearbeitung für die 100 befragten Lohnunternehmer? Klare Antwort: Mit 30.500 ha bzw. 36 Prozent deutlich größer. Interessant dabei ist allerdings, dass sich die Verteilung auf die drei Bodenkategorien ändert: In der Reihenfolge leicht-mittel-schwer ergibt sich aus den Antworten das Verhältnis 7.596 ha - 12.640 ha - 10.305 ha.
 
Hauptgründe: Während für mittlere und schwere Böden die Kostenreduzierung im Vordergrund steht, ist es auf leichten Standorten die Schonung des Wasserhaushalts.

Platz 1: Konservierende Bodenbearbeitung

Bei der konservierenden Bodenbearbeitung ist die Mulchsaat am beliebtesten. © Lohnunternehmen
In der Umfrage wurde die Mulchsaat, Direktsaat und Streifensaat/Strip Till zusammengefasst. Auffallend dabei: Der Anteil dessen liegt bei den befragten 100 Lohnunternehmern mit gut 34.400 ha bzw. 40,7 Prozent Anteil deutlich auf Platz 1. Innerhalb dieses Blocks entfiel in der Umfrage das Gros mit gut
  • 58,7 Prozent auf Mulchsaat,
  • gefolgt von Strip Till mit 30 Prozent und
  • Direktsaat mit 11,3  Prozent.

Der Trend geht wieder zum Pflug

In der Zukunft wird der Pflug wieder eine größere Rolle spielen. © Lohnunternehmen
Nach der Feststellung des Ist-Zustandes wurde auch die Frage nach der künftigen Entwicklung gestellt.
Als Überraschung empfanden die Redakteure vom Lohnunternehmen den offensichtlichen Trend hin zum Pflug, quer über alle Bodenarten. Die Ursachen dafür sind sicher vielfältig, wobei der Aspekt wachsender Herbizidresistenzen vor allem bei Ungräsern eine bedeutende Rolle spielen dürfte.
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