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Bodenbearbeitung im Herbst: Tiefe nach Bedarf wählen

von , am
25.10.2013

Mit der Bodenbearbeitung im Herbst soll der Boden gelockert, eingeebnet und gekrümelt sowie Ernterückstände, Pflanzenbewuchs und Dünger in die Ackerkrume eingemischt werden.

In BaWü geben weniger Betriebe auf - für das Betriebswachstum steht dadurch weniger Fläche zur Verfügung. © Mühlhausen/landpixel
Für das oberflächennahe Einmischen von Ernterückständen und Pflanzenbewuchs sowie für die Bodenkrümelung im Rahmen der Saatbettvorbereitung ist eine flache Bearbeitung bis maximal 10 cm ausreichend, schreibt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in seinem Pflanzenbaurat. Dafür könne die Kurzscheibenegge oder ein Flachgrubber eingesetzt werden. Zur tieferen Lockerung könnten Exaktgrubber oder Kombinationsgeräte (bestehend aus Grubber und Scheibeneggen) mit einer Tiefenführung über Räder innerhalb des Scharbereiches oder auch Schwergrubber verwendet werden.
 
Betriebe, die auf mittelschweren bis schweren Böden Streifenbearbeitung (Strip-Till) durchführen, könnten bereits im Herbst die Saatstreifen lockern, in die im Frühjahr Mais oder Zuckerrüben gesät werden. Die zwischen den Reihen verbleibende Mulchauflage schütze den Boden über Winter.

Bodenfeuchte beachten

Vor der Bearbeitung müsse geprüft werden, ob die Böden befahrbar sind. Feuchte Böden sollten wenn, dann nur mit bodenschonender Niederdruckbereifung, Bandlaufwerken oder Zwillingsbereifung befahren werden, um Schadverdichtungen zu vermeiden. Gleichzeitig werde durch die damit zusammenhängende Minderung von Schlupf Kraftstoff eingespart.
 
Bei der Bearbeitung ist darauf zu achten, dass in zu feuchten Böden Bodendruck und Scherkräfte zu Verdichtungen führen können. Deshalb sollte der Boden vor der Bearbeitung mit dem Spaten aufgegraben und untersucht werden. Verformt sich der Boden beispielsweise bei einer Druckprobe mit der Faust dauerhaft und tritt dabei Wasser aus, ist er für eine Bearbeitung zu feucht. Die Tiefe der Bearbeitung sollte nicht pauschal, sondern nach Bedarf festgelegt werden.

Tiefe von Jahr zu Jahr variieren

Tiefe Bearbeitung sollte nur erfolgen, wenn Verdichtungen beispielweise in Fahrspuren zu beseitigen sind. Diese lassen sich am einfachsten mit dem Spaten finden und die Bearbeitungstiefe danach festlegen. Ansonsten sollte eher flacher bearbeiten werden. Sowohl beim Einsatz des Pfluges als auch von Grubber oder Scheibenegge sollte die Bearbeitungstiefe von Jahr zu Jahr variieren, um der Entstehung von Bearbeitungssohlen vorzugbeugen. Wird Winterweizen pfluglos nach Mais angebaut, dann müssen die Maisreste zur Minderung des Fusariumbefallsrisikos sowie zur Bekämpfung von Zünslerlarven unbedingt gemulcht und rottefördernd halbkrumentief eingemischt werden (kombiniert mit dem Anbau einer wenig fusariumempfindlichen Weizensorte). 
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