Login
Allgemeines

Bodenbeschaffenheit entscheidend für Wasserversorgung

von , am
08.06.2011

Unterböden aus Löß stellen Pflanzen mehr Wasser zur Verfügung als solche aus Kies oder Sand. Strohmatten können den Wasserzugang zusätzlich behindern.

 
Wintergetreide: Alles Trockenschäden? 

Anhaltende Trockenheit läßt vielerorts das Wintergetreide vorzeitig abreifen. Allerdings ist nicht überall die Trockenheit alleine schuld daran. Wenn Nachbarschläge bzw. Teilbereiche im Schlag oder Einzelpflanzen im Schlag noch grün sind und der übrige Bestand bereits "totreif" ist, müssen andere Faktoren mit hineinspielen:
 
 
  • Das Relief des Unterbodens spielt vor allem auf Standorten, die durch eiszeitliche Ablagerungen bzw. durch Lößüberwehung entstanden sind, eine entscheidende Rolle. Insbesondere wenn lehmiges Substrat im Unterboden aus früheren eiszeitlichen Ablagerungen vorliegt, können die Pflanzen trotz sandiger Ablagerungen im Krumenbereich ihren Wasserbedarf aus dem Unterboden decken. Je nachdem, wie tief der lehmige Boden ansteht, wirkt sich die bessere Wasserhaltefähigkeit auf das Pflanzenwachstum positiv aus.

  • Dagegen kann eine nur geringmächtige Lößüberwehung oder Lehmschicht über steinigem oder kiesig-sandigem Unterboden zu einem vorzeitigen Vertrocknen selbst auf an der Oberfläche "schwerer" Böden führen. Bei knapper Wasserversorgung wirken sich Unterschiede von 10 - 20 cm im Unterbodenrelief dramatisch aus.

  • Was hilft allerdings die Wasserversorgung im Unterboden, wenn die Pflanzenwurzeln nicht nach unten wachsen können bzw. die Wasserkapillarität unterbrochen ist, wenn Strohmatten oder auch nur dünne Verdichtungszonen durch nasse Bodenbearbeitung den Zugang zum Unterboden behindern. Gerade nach der kritischen Herbstbestellung im vergangenen Jahr kann man in diesem Jahr oft Strohmatten bzw. Stauschichten im Boden finden.
  • Hinzu kommt, dass der Befall mit Wurzel-, vor allem aber mit Halmbasiskrankheiten in allen Wintergetreidearten oft unterschätzt wird. Die feucht-kühle Witterung im Herbst und zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr hat dazu geführt, daß auch spät bestellter Weizen teilweise Halmbasisbefall aufweist. Meist sind diese auf Schneeschimmel bzw. Fusarieninfektionen zurückzuführen. Im weiteren Verlauf der Vegetation wird man sehen, ob dies zu einer frühzeitigen Abreife führen wird.

Sonnenblumen und Leguminosen

Sonnenblumen und Leguminosen wurden bereits durch die schwarze Bohnenlaus angeflogen. Auch in diesen Fall gilt: Wenn eine von zehn Pflanzen voll mit schwarzen Bohnenläusen befallen ist, muss umgehend eine Bekämpfung erfolgen. Die alleinige Behandlung mit Pyrethroiden reicht nicht aus, um versteckt sitzende Läuse zu erfassen sollte eine Kombination aus Pirimicarb + lambda-Chyhalothrin in Leguminosen oder Sonnenblumen eingesetzt werden. Sonnenblumen (und Leguminosen) haben einen hohen Bor-Bedarf, vergleichbar mit Raps (Leguminosen ca. 30 % des Rapsbedarfes).
 
In den Leguminosen baut sich derzeit zunehmend Befall mit Schokoladen- bzw. Brennflecken auf: Zugelassen ist das Tebuconazol (nur in Ackerbohnen) und Azoxystrobin.Bei Befall ist ein Behandlung in Ackerbohnen mit Tebuconazol + Azoxystrobin möglich. In der Futtererbse kann nur Azoxystrobin vorbeugend gegen Botrytis, Peronospora oder Sclerotinia eingesetzt werden.
Auch interessant