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Bodenschaden

Bodenverdichtung erkennen: diese Schäden kosten Sie Ihre Erträge

Nasse Fahrspuren und vergilbte Bestände zeigen deutlich Bodenverdichtungen im Untergrund an.
am Mittwoch, 24.08.2022 - 11:39 (Jetzt kommentieren)

Schadverdichtungen kosten Erträge. Wir zeigen, wie Sie Schäden auf dem Acker erkennen.

Bodenverdichtungen kosten wertvolle Erträge und schneiden Pflanzen gerade in trockenen Jahren vom Wasser ab. Nach der Ernte, im trockenen Sommer ist ein guter Zeitpunkt, um den verdichteten Boden aufzulockern. Wir zeigen, wie Sie bestehende Schäden in der Bodenstruktur erkennen.

Woran sind Bodenschäden auf dem Acker erkennbar?

Zeigerpflanze Ackerschachtelhalm

Ein Zeichen sind ungleichmäßig entwickelte Bestände. Verdichtete Stellen fallen durch unregelmäßigen Feldaufgang und teils vorgezogene Abreife auf. Auf verdichteten Standorten sind die Nutzpflanzen bei trockenen Verhältnissen schneller vom Wasser im Unterboden abgetrennt. Sie gehen später auf, weil sich der Boden weniger schnell erwärmt. Bei Staunässe leiden sie unter Sauerstoffmangel.

Allerdings gilt es hier, auch andere Anbaufaktoren zu berücksichtigen. Unregelmäßige Feldaufgänge können aber verschiedene Ursachen haben. Zeigerpflanzen für verdichtete Bodenschichten sind etwa der Ackerschachtelhalm oder die strahlenlose Kamille. Kritische Stellen werden auch durch Pfützen und Algenbewuchs auf der Bodenoberfläche sichtbar.

So zeigt die Spatenprobe Schäden im Oberboden:

An der Oberfläche lassen sich Verdichtungen und der Zustand des Bodengefüges am besten über die altbewährte Methode der Spatenprobe diagnostizieren. Dabei sticht man zuerst einen Bodenblock mit dem Spaten aus.

Erste Schlüsse lassen sich bereits durch den Widerstand beim Einstechen ziehen. Die Abwurfprobe, bei der der Bodenblock auf eine feste Unterlage fallen gelassen wird, das Zerlegen der Bodenprobe mit der Hand und der Bodenhorizont geben weitere Hinweise zum Zustand des Bodens.

Spatenprobe-Bodenstruktur-Blockartig

Eine dicht gelagerte, blockartige Struktur ohne Grobporen und Widerstand beim Einstechen des Spatens sind eindeutige Zeichen für ein Problem im Boden. Oft gibt es abrupte Übergänge von lockerem Gefüge bis hin zu einem kohärent-dichten Gefüge. Die Wurzeln dringen hier nicht tief in den Boden ein, sondern wachsen entlang der verdichteten Schicht. Einige Stellen sind gänzlich wurzelfrei. Zuckerrüben werden an solchen Standorten häufig beinig.

  • Auch unverrottete Erntereste,
  • das Fehlen von Grobporen und Regenwurmröhren sowie eine
  • geringe Durchwurzelung

sind Indikatoren für Schäden.

So zeigt die Bodensonde Schäden im Unterboden:

Auch Farbe und Geruch geben Auskunft. Luftmangel im verdichteten Erdreich zeigt sich etwa durch einen

  • unangenehmen Geruch,
  • graublaue oder rostfarbene Verfärbungen.

Um Schäden in tieferen Schichten zu erkennen, helfen Widerstandsmessungen mit der Bodensonde. Um Messfehler zu vermeiden, sollten die Messungen bei ausreichend feuchtem Boden stattfinden. Das Gerät misst den Eindringungswiderstand des Bodens je Zentimeter Bodentiefe in Megapascal (MPa) an. In Böden mit 80 bis 100 Prozent Feldkapazität, zeigen Werte ab 2,0 MPa Verdichtungen mit negativen Auswirkungen auf den Bestand an. Besonders gravierend sind die Schäden ab 3,0 MPa.

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