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Aus der Wirtschaft

Brasilien baut weniger Mais an

von , am
30.10.2013

Brasiliens Farmer bauen in diesem Jahr weniger Mais an als bislang erwartet. Grund für den Anbaurückgang sind die im Verhältnis zum Soja deutlich schlechteren Erlösaussichten.

Die Brasilianer sollen dieses Jahr mit 111 Mio. t eine Rekordsojaernte einfahren. © landpixel
Den Anbaurückgang betrifft vor allem den zeitgleich mit Soja angebauten Sommermais. aber auch der als Zweitfrucht gepflanzte Wintermais. Zwei aufeinanderfolgende Rekordernten sorgten für gewaltigen Preisdruck und im letzten Jahr sogar für negative Margen beim Maisanbau. Im letzten Jahr ernteten die brasilianischen Farmer 81 Millionen Tonnen Mais. Damit wurde nicht nur die Rekordernte des Vorjahres (73 Mio. t) deutlich übertroffen sondern die Brasilianer setzten sich mit 26,5 Millionen Tonnen auch vor Argentinien (23 Mio. t) und den USA (17,5 Mio. t) an die Spitze der globalen Maisexporteure.
 

Sommermais verliert Fläche an Soja

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Die brasilianischen Analysten von Safras $ Mercado meldeten Mitte Oktober einen Anbaurückgang bei Sommermais von 13 Prozent. Auf den nicht mit Mais bestellten Flächen wird vor allem Soja angebaut. Außerdem wollen die Farmer auch den Anbau von Wintermais einschränken. Hier geht Safras $ Mercado von einem Anbaurückgang von mindestens 5 Prozent aus. Eine Ursache ist hier der späte Pflanzbeginn in Zentralbrasilien. Hinzu kommen jedoch die schlechte Wirtschaftlichkeit des Maisanbaus im letzten Jahr und die anhaltend schwachen Erlösaussichten. Vor allem die erwartete Riesenernte in den USA sorgt für Druck auf die internationalen Exportpreise.
 

Exportpotential bleibt hoch

Trotz des Anbaurückgangs dürfte das Exportpotential der Brasilianer relativ groß bleiben. Vor allem das starke Anbauwachstum der Bestände nach der letzten Rekordernte von Wintermais im Juli/August, ermöglicht auch bei einer kleineren Ernte eine umfangreiche Ausfuhr. Safras meldete einen Anstieg der Endbestände von 9,2 Millionen Tonnen (Mio. t.) auf 13,6 Mio. t. Das USDA hat das Exportpotential bei einer Ernte von 72 Mio. t auf 20,5 Mio. t veranschlagt. Allerdings wird der Wettbewerbsdruck angesichts der Riesenernte in den USA deutlich größer sein als im letzten Jahr und die Exportpreise könnten noch weiter fallen.

Marktreport: Erntefazit zum Silomais

 
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