Login
Allgemeines

Brasilien: Verspätete Soja-Aussaat gefährdet Rekordernte

von , am
06.09.2012

In Brasilien verzögert sich aufgrund der Trockenheit die Soja-Aussaat. Schon jetzt sehen Experten die erwartete Rekordernte in Gefahr. Auch die Erträge der nachfolgenden Kulturen sind betroffen.

Soja-Aussaat: Die Sojapflanze braucht viel Wärme und Wasser zum Keimen. © oekolandbau.de
Möglichweise ist die erwartete brasilianische Rekordernte bei Soja und Mais in Gefahr. Ursache ist der ausbleibende Regen in den Hauptanbaugebieten im Nordosten (Matto Grosso) des Landes. Damit nehmen die Anzeichen für eine trockenheitsbedingte Verzögerung der Aussaat, mit gravierenden Folgen für die Produktion und das Exportpotential, zu.
 
 
 
Auch für die nachfolgenden Kulturen wie Wintermais bringt eine Verzögerung bei der Sojaaussaat deutliche Wachstums- und Ertragsverluste.

Verzögerung bei der Aussaat

Globaler Sojapreisindex.
Wie der brasilianische Wetterdienst Somar Meteorologia Anfang dieser Woche mitteilte, zeichnet sich für Brasilien eine Abschwächung der El-Nino üblichen Niederschlagsmuster ab. Das heißt wenn der Einfluss des El-Nino in Brasilen stark ist, beginnt die Regensaison im Süden und im Zentrum (Nordosten) des Landes relativ früh, überwiegend im September.
 
Ist der El-Nino-Einfluss jedoch schwach, regnet es häufig erst spät - meist nicht vor Oktober. Dies führt oft zu einer deutlichen Verschiebung der eigentlich im September beginnenden Sojaaussaat. Die Folge ist eine Verkürzung der Wachstumsperioden und die Reduzierung der Erträge. Auch die nachfolgenden Kulturen wie Wintermais/Safrina (Aussaat im Februar), sind von dieser Entwicklung betroffen.

Trockenheit im Nordosten

Zuletzt wurden aus dem wichtigsten "Sojastaat" Brasiliens - Matto Grosso - sehr hohe Temperaturen und Trockenheit gemeldet. Seit Ende Juni hat es dort kaum geregnet und die Böden sind ziemlich ausgetrocknet. Die Aussaat von Soja und Sommermais beginnt in Matto Grosso im September und kann sich bis den Oktober hinein ziehen. Im Süden des Landes beginnt die Soja- und Sommermaisaussaat im Oktober und erstreckt sich bis Anfang November.
 
Im letzten Jahr hatte eine Trockenperiode während der wichtigsten Wachstumsmonate im Süden Brasiliens, für erhebliche Produktionsausfälle bei Soja und Mais gesorgt. Anstelle der zunächst erwarteten Rekordernte holten die Basilianer im Frühjahr mit 65,6 Millionen Tonnen Soja rund zehn Millionen Tonnen weniger von ihren Feldern als im Jahr zuvor. Die

Starke Anbauausweitung erwartet

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Für die kommende Saison rechnen brasilianische und internationale Bobachter mit einer Ausweitung der Sojafläche um rund 2,5 Millionen Hektar auf das Rekordniveau von 27,5 Millionen Hektar. Mit einer Ernte von 81 bis 82 Millionen Tonnen könnten die Südamerikaner zudem die USA (73 Millionen Tonnen) als größten Sojaproduzenten überholen und auch die Spitze beim Export mit 37 Millionen Tonnen übernehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Wetter mitspielt und dies ist im Moment nicht mehr so sicher.

Knappheit könnte andauern

Die Folge eines witterungsbedingten Produktionsrückgangs wäre die Fortsetzung der derzeitigen knappen Angebotssituation. Zwar weiten auch die Argentinier die Produktion sehr deutlich aus, jedoch können sie allein einen Produktionsrückgang in Brasilien kaum abfangen. Auch die Versorgungsituation bei Mais würde durch eine Anbauverschiebung beeinflusst. Der nach Soja im Februar gepflanzte Wintermais (Safrina) macht mittlerweile deutlich mehr als 40 Prozent der brasilianischen Maisproduktion aus.
Auch interessant