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Aus der Wirtschaft

Brasilien: Weizenimport auf Rekordniveau

von , am
12.12.2012

In diesem Jahr könnte Brasiliens Weizeneinfuhren sogar ein neues Rekordniveau erreichen. Ursache für den höheren Importbedarf ist die erneute Anbauausweitung beim sogenannten Wintermais (Safrina).

© Mühlhausen/landpixel
Weizen wird in Brasilien von April bis Mai ausgesät und von November bis Dezember geerntet. In diesem Jahr fällt die Weizenernte mit 5,0 bis 5,2 Millionen (Mio. t) Tonnen nochmals 0,6 bis 0,8 Mio. t kleiner aus als im letzten Jahr. Ursache ist der anhaltende Rückgang der Anbaufläche von Weizen zu Gunsten sogenannten Wintermais (Safrina), der mittlerweile für 40 bis 45 Prozent der gesamten brasilianischen Maisernte verantwortlich ist. Der brasilianische Inlandsbedarf an Weizen (ganz überwiegend Brotweizen) liegt allerdings bei rund 11 Mio. t, so dass eine Versorgungslücke von mindestens 6 bis 7 Mio. t klafft. Zudem werden jährlich zwischen 1,5 bis 2,5 Mio. t (Futter) Weizen exportiert. In diesem Jahr ist der Anreiz zu exportieren, wegen der hohen Weltmarktpreise, besonders groß.
 

Regenfälle mindern Qualität

Neben der schrumpfenden Anbaufläche haben in den wichtigsten südbrasilianischen Anbaugebieten (Rio Grande do Sul) massive Regenfälle - wie in Argentinien - für Mindererträge und Qualitätsprobleme gesorgt. Einige Analysten rechnen für den Rio Grande do Sul mit witterungsbedingten Ertragsverlusten von bis 10 Prozent. Die vom USDA im November geschätzte Produktionsmenge von 5 Mio.t wäre die kleinste Ernte seit 2009. Der Importbedarf wurde im USDA-Novemberbericht – wie schon im letzten Jahr - auf 7 Mio. t veranschlagt. Damit ist Brasilien nach Ägyptern und noch vor Indonesien, Japan und der EU der weltweit zweitgrößte Weizenimporteur.
 

Importe erreichen neuen Rekordstand

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Analysten halten den im November vom USDA geschätzten Importbedarf Brasiliens von 7 Mio. t für zu gering und gehen auch wegen der diesjährigen Qualitätsprobleme von mindestens 7,5 Mio. t Importbedarf aus. Dabei könnte es wegen sehr schwachen argentinischen Ernte und der begrenzen Exportmöglichkeiten des brasilianischen Nachbarn, in diesem Jahr sogar echte Versorgungsprobleme geben. Das USDA schätzt vor diesem Hintergrund die Exporte der USA nach Brasilien auf knapp 1 Mio. t. Auch aus Deutschland wurde im November bereits von 50.000 t Qualitätsweizen nach Brasilien verkauft.
 
 
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