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China muss mehr Weizen und Mais importieren

von , am
19.06.2012

Die Weizenernte in China fällt kleiner aus als erwartet. Damit kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Auch die Maisimporte nehmen rasch zu. Die Lücke zwischen Produktion und Verbrauch wird größer.

Der Zoll betrifft vor allem Getreide, Wein und Fleisch. © landpixel
Weizenernte kleiner als erwartet
 
In China könnte die neue Weizenernte kleiner ausfallen als erwartet. Davon geht das chinesische Nationale Getreide- und Ölsaaten-Informationszentrum (GNGOIC) in einer aktuellen Ernteprognose aus. Geerntet wird der Winterweizen in China im Juni.
 
Bislang gingen die offiziellen Prognosen für 2012 von einer Erntemenge von 120,3 Millionen Tonnen (Mio. t) aus nach 117,9 Mio. t im letzten Jahr. Ende letzter Woche senkten die Chinesen ihre Ernteerwartung für 2012 jedoch um zwei Millionen Tonnen auf 118 Mio. t. Ursache für den Produktionsrückgang sind nach der Analyse von GNGOIC die regional sehr kräftigen Regenfälle der davon ausgehende Krankheitsdruck.

Maisimporte nehmen rasant zu

China ist nach den USA der weltweit zweitgrößte Maisproduzent und Verbraucher. Gleichzeitig wird die Lücke zwischen Produktion und Verbrauch immer größer. Ursache ist der rasant zunehmende Bedarf an Futtergetreide. Die Folge sind wachsende Importe und ein immer größerer chinesischer Einfluss auf den globalen Maismarkt.
 
Im letzten Jahr ernteten die Chinesen rund 193 Mio. t Mais. Dies war gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von neun Prozent und gleichzeitig ein neuer Produktionsrekord. Trotzdem reichte die Rekordproduktion nicht aus, um den laufenden Bedarf von etwa 200 Millionen Tonnen zu decken.
 
Auf Dauer wird der Rückgriff auf die Bestände jedoch nicht funktionieren. US-Schätzungen gehen - trotz steigender Produktion - von einer Zunahme der chinesischen Importe bis 2020 auf 16 bis 18 Millionen Tonnen Mais aus. Damit würde China in sehr kurzer Zeit vom Selbstversorger zum - neben Japan - weltweit größten Importeur von Mais aufsteigen.
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