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Aus der Wirtschaft

Chinesen pachten Agrarflächen in Bulgarien

von , am
07.12.2011

Sofia/Peking - Das sogenannte Landgrabbing durch China macht auch nicht vor Flächen in der Europäischen Union halt.

Die Verabschiedung der Kompensationsverordnung steht auf der Kippe. © Andreas Hermsdorf/pixelio
So hat die Tianjin State Farms Agrobusiness Group Company jetzt 20.000 Dekahektar landwirtschaftliche Nutzfläche gegen die Zahlung von zunächst 10 Millionen Euro in der bulgarischen Nordwest-Provinz Vidin gepachtet. Das chinesische Agrarunternehmen will in dieser Provinz, die zu den ärmsten Regionen in der EU zählt, Mais und Sonnenblumen erzeugen und die gesamte Produktion ins Heimatland exportieren.
 
Nähere Einzelheiten zu dem Vorhaben wurden nicht bekannt. Wie die bulgarische Nachrichtenagentur novinite.com berichtete, trafen sich Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borisov und Landwirtschaftsminister Miroslav Najdenov mit dem Staatssekretär vom Pekinger Agrarressort, Gao Honbin, und dem Präsidenten der Tianjiner Staatsfarmgruppe, Bai Zhisliliig, in Sofia.

Auch in die Viehzucht soll investiert werden

Längerfristig geplant sei im Rahmen des chinesischen Engagements auch der Aufbau einer Tierproduktion, wofür Investitionen von 20 Millionen Euro vorgesehen seien. Hierzu sollten in der Provinz Vidin auch Futterpflanzen angebaut werden. Gegenüber dem bulgarischen Vize-Landwirtschaftsminister Tsvetan Dimitrov hatte Gao zuvor betont, dass China auch an der Einfuhr von Wein, Milchprodukten, Geflügelfleisch, Eiern, Getreide und Ölsaaten, Gemüse sowie verarbeiteten Lebensmitteln aus Bulgarien interessiert sei. Ministerpräsident Borisov wertete das ausgehandelte Agrarprojekt als einen "wichtigen Schritt" für zukünftige Gemeinschaftsvorhaben mit China. Der Premier äußerte die Hoffnung auf weitere Investitionen chinesischer Unternehmen in die bulgarische Wirtschaft.
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