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Copa|Cogeca fordern Unterstützung auch nach 2013

von , am
27.04.2010

Brüssel - Die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca, fordern den Erhalt der Beihilfen für die Erzeugerorganisationen (EO), insbesondere für Genossenschaften.

© Franz-Pfluegl/Fotolia
Dies geht aus einem Ende der vergangenen Woche verabschiedeten Positionspapier zur Unterstützung des Obst- und Gemüsesektors im Rahmen der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hervor. "Der europäische Obst- und Gemüsesektor spielt eine zentrale Rolle und trägt zu einer gesunden Ernährung der 500 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher der EU sowie zum Erhalt von Beschäftigung in den ländlichen Gebieten bei. Er steht für fast 17 Prozent des Gesamtwertes der landwirtschaftlichen Erzeugung in der EU. Letztes Jahr wurde der Sektor durch den Wertverfall der Gemüseproduktion um ganze 10,8 Prozent und der Obsterzeugung um 13,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2003 schwer getroffen.

Die Krise im Obst- und Gemüsesektor kann nicht durch normale Angebots- und Nachfragefluktuationen erklärt werden. Daher fordern Copa und Cogeca eine drastische Verbesserung der Maßnahmen für Krisenmanagement und -prävention für alle Erzeuger nach 2013, um eine adäquate Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher mit Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen sicherzustellen", betonte der Generalsekretär von Copa-Cogeca, Pekka Pesonen.

Verhandlungsmacht der Landwirte stärken

"Zusätzlich muss die Verhandlungsmacht der Landwirte in der Lebensmittelkette gestärkt werden, sodass sie einen größeren und faireren Anteil ihres Einkommens über den Markt erhalten. Dies kann durch eine Konzentration des Angebots durch die Erzeugerorganisationen, insbesondere durch die Genossenschaften, erreicht werden. Die Unterstützung von EOs durch Gemeinschaftsbeihilfen muss nach 2013 unter der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fortgesetzt werden", so Pesonen.

Copa und Cogeca lehnten jedwede Übertragung des Budgets auf die zweite Säule der GAP ab. Erzeugerorganisationen im Obst- und Gemüsesektor, die Mitglied gewisser Vereinigungen von EOs seien, sollten des Weiteren - sofern gewünscht - die Grenze von 4,6 Prozent Anteil im Rahmen dieser Vereinigungen überschreiten dürfen. "Auch die Absatzförderungsmaßnahmen für Obst und Gemüse aus der EU müssen verstärkt werden und Importe müssen den strengen EU-Standards in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Umweltauflagen unterliegen", betonte Pesonen.

Gemüseproduzenten: Kampf gegen mehr Freihandel

Darüberhinaus wehren sich die EU-Gemüseproduzenten und ihre Kollegen in der Schweiz gegen mehr Freihandel. Dies verdeutlichte das Referat von Jacques Rouchaussé, Generalsekretär des Dachverbandes der französischen Gemüseproduzenten, an der Mitgliederversammlung des Verbandes schweizerischer Gemüseproduzenten (VSGP) vom 24. April in Murten. Mit dem so genannten Mittelmeer-Union-Projekt soll eine Freihandelszone zwischen der EU und den Ländern im Mittelmeerraum errichtet werden. Damit würde der bereits massive Preisdruck durch Gemüse aus dem Maghreb noch verstärkt, sagte Rouchaussé.

Die französischen Gemüseproduzenten hätten innerhalb von drei Jahren Einkommenseinbussen um 75 Prozent hinnehmen müssen und wehrten sich gemeinsam mit den spanischen Kollegen gegen das Projekt. Der VSGP wehrt sich weiterhin gegen den vom Bund geplanten Agrarfreihandel mit der EU. Die Preise würden keineswegs sinken, aber es würden zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen und man wäre vollkommen vom Ausland abhängig, schreibt der VSGP in einer Medienmitteilung zu der Versammlung. Bereits der Markteintritt der deutschen Harddiscounter habe einen unerbittlichen Preiskampf ausgelöst. Eine Aktion jage die nächste und manche Gemüsesorten wie Karotten und Zwiebeln würden fast nur zu Tiefpreisen vermarktet. (aiz/lid)

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