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Deutscher Zukunftspreis: Wird die Lupine das neue Soja?

von , am
20.11.2014

Für die Entwicklung eines Verfahrens, das Geschmacksstoffe aus Lupinen trennt, erhielt ein Forscherteam den Deutschen Zukunftspreis 2014. Die Hülsenfrucht könnte so zum Ersatz für tierische Produkte werden und Soja Konkurrenz machen.

Deutscher Zukunftspreis 2014: Das Verfahren der Wissenschaftler überzeugte die Juroren. © ARD
Die Lupine könnte bald der Sojabohne Konkurrenz machen. Bisher war die eiweißhaltige Hülsenfrucht geschmacklich ungenießbar. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising haben ein Verfahren entwickelt, dass es ermöglicht, die Inhaltsstoffe von Lupinensamen vollständig voneinander zu trennen. Übrig bleiben pflanzliche Proteine aus Lupinen, die fast neutral schmecken und als Lebensmittel verarbeitet werden können.
 
Dafür erhielten die Forscher Stephanie Mittermaier und Peter Eisner den Deutschen Zukunftspreis 2014.

Lupine macht Soja Konkurrenz

Gegenüber Soja hat die Lupine diverse Vorteile. Lupine können in Mitteleuropa als Vor- oder Zwischenfrucht angebaut werden und stehen somit nicht in Konkurrenz zu Nutzpflanzen wie Weizen, Mais oder Raps. Soja-Produkte aus Übersee enthalten zudem oft gentechnisch veränderte Bestandteile. Vor allem aber sei die geschmackliche Qualität der  Lupinproteine gegenüber Soja geeigneter für den Einsatz bei Lebensmitteln. Bisher ließen sich Soja-Grundstoffe fast nur bei stark gewürzten Lebensmitteln wie Wurst und Vollkornbrot nutzen.

Forscher erhalten Deutschen Zukunftspreis 2014 (Tagesschau 19.11.2014)

 

Proteine vielseitig einsetzbar

Die Wissenschaftler des Fraunhoferinstitut schufen ein Verfahren, mit dem sich die Inhaltsstoffe von Lupinensamen vollständig voneinander trennen lassen. Dadurch konnten sie unangenehme Geruchs- und Geschmackssubstanzen freilegen und identifizieren. Danach lassen sich die Störstoffe in mehreren Schritten entfernen. Dazu dienen umweltverträgliche und für Lebensmittel zugelassene Lösemittel wie Wasser und überkritisches Kohlendioxid.
 
Übrig bleiben pflanzliche Proteine aus Lupinen, die fast neutral schmecken und als Grundstoff für diverse Lebensmittelzutaten dienen können, etwa als Stabilisatoren in Drinks und Brotaufstrichen, Strukturbildner in Wurst- und Teigwaren oder Schäume zur Herstellung von Backwaren und Süßigkeiten.
 
Besonders schwierig ist die Verwendung von pflanzlichen Proteinen in Milchersatzprodukten wie Jogurt oder Käse. Dass mit Lupinensamen auch das gelingt, konnten die Nominierten durch eine Rezeptur für Lupinen-Speiseeis eindrucksvoll belegen. Das vegane Eis gibt es seit 2011 zu kaufen, es ist sehr beliebt.
 

Soja-Spezial Nr. 2: Regionales Soja für regionale Produkte

 
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