Login
Allgemeines

Dialog mit den Verbrauchern stärken

von , am
26.08.2009

Dannstadt-Schauernheim - Anfang August wurde in einer Schale Rucola das giftige Gemeine Greis- oder Kreuzkraut (Senecio vulgaris) gefunden. Rucola-Anbauer wollen jetzt den Kontakt zu Verbrauchern stärken und bieten im Internet Antworten.

© seen/fotolia

Nach dem Kreuzkraut-Fund in einer Schale Rucola mussten die Erzeuger von Pfälzer Rucola bislang mehr als 1,1 Millionen Euro Ernteausfälle verzeichnen. Obwohl der Handel Entwarnung gibt, drohen weitere Folgekosten für die Erzeuger.

Die neu gegründete "Interessengemeinschaft Rucola Anbauer Pfalz" möchte den direkten Dialog mit dem Verbraucher stärken: Unter www.ig-qualitätsrucola-pfalz.de stellt die Interessengemeinschaft, die derzeit aus sechs landwirtschaftlichen Betrieben in Rheinland-Pfalz besteht, dazu ab sofort eine neue Informationsplattform im Internet vor.

Antworten auf aktuelle Fragen

Neben Verbrauchern erhalten Entscheider in Handel, Politik und Verwaltung wichtige Antworten auf alle aktuellen Fragen zum Thema "Verantwortungsbewusster Rucola-Anbau". Das Ziel der in der Interessengemeinschaft organisierten Erzeuger ist es, die jüngste Verunsicherung infolge eines angeblichen Kreuzkraut-Funds in Norddeutschland mit fachlich-fundierten Informationen und Fakten zu versachlichen und Zusammenhänge zu verdeutlichen. Unter dem Titel "In was für einer Welt leben wir eigentlich" zeigt ein Videostream die hohen Qualitätsstandards bei der Erzeugung und Verarbeitung von Pfälzer Rucola.

Parallel werden die verheerenden wirtschaftlichen Folgen in Wort und Bild verdeutlicht, unter denen die Erzeuger aktuell zu leiden haben. Mit einem Klick auf den Unterstützer-Button "We love Rucola" können Verbraucher in den direkten Kontakt mit der Interessengemeinschaft Rucola Anbauer Pfalz treten und Fragen per E-Mail stellen.

Millionenschäden ohne amtliches Gutachten

Obwohl nach Angaben der Interessengemeinschaft nach wie vor kein amtliches Gutachten vorliegt, hatte der Handel vorsorglich Rucola flächendeckend aus dem Sortiment genommen. Trotz mehrfacher Qualitätsprüfungen auf dem Feld und während der Produktion sowie intensiven amtlichen Kontrollen, bei denen - nach aktuellem Kenntnisstand der Interessengemeinschaft - noch nie Kreuzkraut in Rucola festgestellt wurde, mussten in den vergangenen 14 Tagen Millionen einwandfreie Schalen Rucola retourniert werden. Parallel verkamen zur Haupterntezeit auf den Feldern hervorragende Qualitäten, weil Bestellungen ausblieben.

Bis zum 21. August belief sich der materielle Schaden, den die Mitglieder der Interessengemeinschaft für Ernteausfälle, Retouren, Personal und die Entsorgung verdorbener Ware zu verkraften haben, auf rund 1,1 Millionen Euro.

Auch nach Entwarnung drohen weitere Kosten

Obwohl der Handel mittlerweile Entwarnung gibt und deutschen Rucola seit dieser Woche wieder verkauft, dürfte die Rufschädigung und der Imageverlust für das würzige Kraut - ersten Schätzungen der Interessengemeinschaft zufolge - weitere Millionenkosten zur Folge haben. Während ausländische Rucola-Erzeuger Kreuzkraut mit in Deutschland verbotenen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen, setzen die Pfälzer Rucola-Erzeuger seit Jahren auf umfangreiche Qualitätssicherung.

Ulrich Härtel, Sprecher der Interessengemeinschaft Rucola Anbauer Pfalz erklärt: "Das genannte Beispiel zeigt, wie Verbraucherschutz ins Gegenteil verkehrt werden kann. Als verantwortungsbewusste Erzeuger setzen wir daher auf eine direkte Kommunikation und Information der Verbraucher." (pd)

Auch interessant