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Pflanzenbautipp

Diese Schädlinge sind derzeit unterwegs

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Julia Eder, agrarheute
am
15.06.2016

Erbsenwickler, Maiszünsler und Ackerbohnenkäfer sind insbesondere in Sachsen auf dem Vormarsch. Diese Maßnahmen sind angeraten.

Erbsen

Die sommerlichen Temperaturen in der vergangenen Woche trugen dazu bei, dass die Flugaktivität des Erbsenwicklers in Sachsen deutlich zunahm, berichtet das Pflanzenbauportal (ISIP) Die Bekämpfung richtet sich gegen die Larven, bevor sie sich in die Hülsen einbohren. Daher sollte bei der Bekämpfungsentscheidung die Pflanzenentwicklung mit berücksichtigt werden. Der günstigste Behandlungstermin ist zwischen abfallender Blüte und Beginn der Hülsenschwellung.

Achtung: Hier hat der Bienenschutz die höchste Priorität! Unabhängig der Einstufung der Bienengefährlichkeit wird generell empfohlen, die Bekämpfungsmaßnahmen nach dem täglichen Bienenflug bis 23 Uhr durchzuführen.

Ackerbohnen

In den Ackerbohnen ist zahlreich der Ackerbohnenkäfer zu beobachten. Vor allem die Vermehrungsbestände sind gefährdet. Sobald die ersten Hülsen sichtbar werden, beginnt die Eiablage der Käfer. Die Bekämpfung richtet sich gegen die Käfer bevor sie mit der Eiablage beginnen.

Sowohl in den Futtererbsen, als auch in den Ackerbohnen können verschiedene pilzliche Krankheiten auftreten. Bisher wurden nur in den Ackerbohnen die ersten Symptome der Schokoladenfleckenkrankheit beobachtet.

Mais

Die ersten weiblichen Falter des Maiszünslers wurden gefangen. Damit ist auch der Beginn der Eiablage möglich. Für Nordsachsen wird die erste Trichogrammaausbringung für die 25. KW, also nächste Woche, empfohlen. Vorher aber unbedingt die Pflanzenentwicklung kontrollieren! Denn die Schlupfwespe bewegt sich hauptsächlich durch Hüpfen und Springen von Blatt zu Blatt im Bestand. Die Maispflanzen im Bestand sollten sich berühren.

Die zweite Trichogrammabehandlung ist nach weiteren 10 bis 14 Tagen notwendig. Der Behandlungszeitpunkt für die weiteren Gebiete in Sachsen wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Der Termin für die chemische Bekämpfung ist generell noch nicht erreicht!

Zuckerrüben

Eine Infektion mit der Bakteriellen Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae) kann in den Zuckerrübenbeständen nicht ausgeschlossen werden. Achtung, hier besteht eine leichte Verwechslungsgefahr mit der Cercospora-Blattfleckenkrankheit oder Ramularia! Da es sich bei Blattfleckenkrankheit um eine Infektion mit einem Bakterium handelt, sind Fungizidbehandlungen fehl am Platz. Es gibt keine Bekämpfungsmöglichkeiten! Bei Trockenheit kommt es zum Stillstand dieser Krankheit.

Pflanzkartoffeln

Es gibt weiterhin verstärkt Blattläuse. Die Vektorenbekämpfung ist in den Pflanzkartoffeln lückenlos abzusichern. Bei den Speisekartoffeln ist die Situation noch wesentlich entspannter. Der vorläufige Bekämpfungsrichtwert liegt bei 1000 Läusen/100 Fiederblatt.

Achtung: Die Kartoffeln sind normalerweise keine Trachtpflanzen, dennoch können sie von Bienen beflogen werden, wenn Blattläuse auf den Blättern Honigtau gebildet haben. Der Einsatz von B1-Insektiziden ist dann nicht mehr erlaubt. Kontrollieren Sie unbedingt vor jeder Behandlung die Bestände, ob Bienen und/oder blühende Unkräuter vorhanden sind!

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