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Fachmesse

DLG-Feldtage hinterlassen Spuren: Neuheiten

Catrin Hahn, agrarmanager/Hermann Krauß/agrarheute
am
16.06.2016

Die Pflanzenbaumesse hinterlässt nicht nur Feldspuren. Die DLG-Feldtage beweisen erneut fachliche Qualität und Vielfalt. Hier ein paar der interessantesten Neuheiten.

Trotz nicht eben optimaler äußerer Bedingungen waren zumindest ab dem zweiten Tag die Besucherzahlen gut, die Stimmung positiv und die Aussteller berichten von überdurchschnittlich guten Gesprächen mit Besuchern. "Rückbesinnung auf alte Tugenden muss das Leitmotiv für den Ackerbau 2016 sein. Unter schwierigen Marktbedingungen gilt es, die Kostenführerschaft wieder stärker in den Fokus zu rücken", erklärte DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer im Rahmen der Freiluft-Messe im unterfränkischen Haßfurt.

Für den DLG-Präsidenten muss der Blick wieder vermehrt auf die Kosten der Arbeitserledigung, aber auch auf die Direkt- und Allgemeinkosten gerichtet werden. Viele kleine Schrauben, von der Bodenbearbeitung bis zur Vermarktungsstrategie, seien zu drehen. "Wir Landwirte und das Agribusiness insgesamt kennen Marktabkühlungen und wissen damit umzugehen. Das sind Unternehmerzeiten, aus denen wir stets gestärkt hervorgegangen sind", betont Bartmer.

Weltneuheit aus dem Hause Pioneer

Das Mais-Züchterhaus Pioneer stellte auf den DLG-Feldtagen eine Weltneuheit vor: die Eigenentwicklung APPLI-PRO, eine Dosiertechnik für die Zugabe von Sialgehilfsmitteln während der Ernte. Das Gerät wird über das iPad gesteuert und dosiert die winzige Menge von 10 ml Milchsäurebakterien exakt auf eine Tonne Siliergut. Das mitgelieferte iPad überträgt die Daten per Bluetooth und erlaubt so die ertragsabhängige genaue Dosierung. Ein 2-Tank-System gestattet die Dosierung unterschiedlicher Produkte zur Anpassung an die Silierbedingungen.

KWS: Gleichstandssaat bei Rüben

KWS präsentiert auf seiner Parzelle unter anderem Exaktversuche zur Gleichstandssaat von Zuckerrüben. Nachdem seit längerem bekannt ist, dass die Rübe einen gleichmäßigen Standraum schätzt und mit Ertragszuwachs belohnt, finden diese Versuche nun zum einen KWS-intern und zum anderen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zuckerrübenforschung IfZ statt.

Mit gleichmäßigen Pflanzenabständen von 45, 33 bzw. 25 cm werden optimale Wuchsbedingungen gesucht, die den Pflanzen einen frühen Reihenschluss und bestmögliche Nährstoff- und Wasserverteilung erlauben. Die KWS-Wissenschaftler rechnen aus den ersten Ergebnissen mit möglichen Ertragssteigerungen um die 10 Prozent.

Das Unternehmen forciert die mehrjährigen Versuche im Rahmen ihrer Kampagne 20-20-20, die bis zum Jahr 2020 Erträge von 20 t Zucker je ha möglich machen soll.

Rapool: Neue Sorten und Dropleg-Düsen

Die Rapszüchter von Rapool hatten ihren Besuchern am Stand und der angereisten Fachpresse einige Neuerungen vorzustellen. Angesichts der insgesamt erfreulichen Preisentwicklung für Rapssaat und der deutschlandweit bis auf einige Regionen im Norden zu erwartende große Ernte eine gute Nachricht für Rapsanbauer.

Insgesamt, konstatierte Rapool-Geschäftsführer Dietmar Brauer, sind mit diesen Voraussetzungen gute Gewinne und eine ausgedehnte Rapsanbaufläche für die nächste Saison zu erwarten. Dafür gibt es einige Neuzulassungen der Gesellschafter.

Ebenfalls auf dem Stand zu besichtigen waren die bienenfreundlichen Dropleg-Düsen von Lechler für die Blütenbehandlung im Raps. Durch die Behandlung der Blüten etwa 30 cm unter der oberen Bestandesebene werden

  • Bienen und andere nützliche Insekten geschont,
  • Abdrift verhindert und
  • eine sichere und gründliche Benetzung der Blüten garantiert.

Zukünftig, schätzen die Rapool-Mitarbeiter, könnten derartige Düsensysteme, obwohl recht preisintensiv, für bestimmte Behandlungen verpflichtend werden.

Aktuelle Bilder von den DLG-Feldtagen 2016

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