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DRV-Fachtagung: Lösungen für die Preismisere aufgezeigt

von , am
17.03.2010

Würzburg - Gestern ging in Würzburg die Fachtagung für die Obst- und Gemüsegenossenschaften des Deutschen Raiffeisenverbands zu Ende. Im Mittelpunkt stand das Thema "Lösungsansätze für ein Ende der Preismisere bei Obst und Gemüse".

(v.l.n.r.) Noel Keersebilck, Leonard Kampschoer, Dietmar Bahler, Henning Schmidt, Peter Niekus, Dr. Michael Loschelder

Vom 14. bis 16. März fand in Würzburg die Fachtagung für Obst- und Gemüsegenossenschaften des Deutschen Raiffeisenverbandes statt. DRV-Generalsekretär Dr. Rolf Meyer begrüßte über 70 Geschäftsführer, ehrenamtliche Mitglieder, Vorstände und Aufsichtsräte sowie Meinungsbildner aus den Reihen der Erzeugerorganisationen.

Im Mittelpunkt der Fachtagung stand das Thema "Lösungsansätze für ein Ende der Preismisere bei Obst und Gemüse". Darüber referierten Noël Keersebilck, Aufsichtsratsvorsitzender des Euro Pools Systems International (EPS) und Ehrendirektor der Veiling Roeselaere, Belgien, Leonard Kampschoër, Directeur der Koninklijke FruitmastersGroep, Geldermalsen, Niederlande, Henning Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG, Straelen, Dietmar Bahler, Leiter der Sparte Obst der BayWa AG, München, und Dr. Michael Loschelder, Loschelder Rechtsanwälte, Köln.

Gnadenloser Preiskampf  

Sie beschrieben den starken Marktdruck, der zurzeit auf den Akteuren der Obst- und Gemüsebranche lastet. Der gesamte LEH befindet sich in einem Preiskampf und treibt den Konzentrationsprozess, besonders bei den Discountern, voran. In keinem Land Europas sind Obst und Gemüse so preiswert wie in Deutschland. 2009 wurden zahlreiche Obst- und Gemüseprodukte fast dauerhaft unter Einstandspreis und damit unter den Erzeugungskosten verkauft. Dieser Situation sind die Obst- und Gemüsevermarkter fast schutzlos ausgeliefert.

Forderungen und Lösungsansätze

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kamen die Referenten und Tagungsteilnehmer zu folgenden Lösungsansätzen und Forderungen: Um eine weitere Vermarktungskrise zu verhindern, müssen schnellst-möglich grenzübergreifende und verlässliche Wettbewerbsregelungen für anerkannte Erzeugerorganisationen mit Obst- und Gemüsevermarktung geschaffen werden. Nur so kann eine funktionierende Anbieterkonzentration auf der Vermarktungsseite von Obst und Gemüse verwirklicht werden, um der starken Nachfragekonzentration im Lebensmitteleinzelhandel entgegen zu treten. Die Verwaltungs- und Kontrollorgane der EU und ihrer Mitgliedstaaten werden aufgefordert, alle erforderlichen Weichenstellungen zügig einzuleiten. (pd)

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