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Ausblick

DRV zum Milchmarkt 2017: 'Vorsichtig optimistisch'

Kühe stehen in einem großen Stall
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Anke Fritz, agrarheute
am
05.01.2017

Der Deutsche Raiffeisenverband zieht Bilanz und wagt einen Ausblick. Die Milcherzeugerpreise werden demnach deutlich über dem niedrigen Vorjahresniveau liegen.

Für die Molkereien und ihre Milcherzeuger war 2016 das zweite Jahr in Folge mit sehr schwierigen Rahmenbedingungen. Der Marktverlauf war durch starke Schwankungen der Preise und des Milchangebots gekennzeichnet.

Das führte im ersten Halbjahr zu Mengendruck mit sehr niedrigen Notierungen. Erst zur Jahresmitte trat eine Stabilisierung ein. Die Umsätze der genossenschaftlichen Molkereiunternehmen verringerten sich nach vorläufigen Schätzungen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) um rund 5 Prozent auf 11,8 Milliarden (Mrd.) Euro.

Milchmarkt 2017: Ein Ausblick

Zumindest für die ersten Monate des Jahres 2017 zeichnet sich eine festere Marktentwicklung ab. Die Milcherzeugung bewegt sich zum Jahreswechsel in Deutschland und der EU, aber auch in wichtigen Exportregionen, unter Vorjahresniveau. Dieser Trend werde sich zumindest in den ersten Monaten 2017 fortsetzen.

Auch die EU-Kommission rechnet für 2017 mit einem moderaten Mengenplus um 0,5 Prozent. Zudem dürfte sich die Erholung der globalen Nachfrage nach Milch und -erzeugnissen fortsetzen. Damit werden die Milcherzeugerpreise in den nächsten Monaten deutlich über den sehr niedrigen Vorjahreswerten liegen, schätzt der DRV.

Milchmarkt 2016: Ein Rückblick

Nachdem bereits im Vorjahr weltweit die Milchproduktion deutlich gesteigert worden war, traf in der ersten Jahreshälfte 2016 laut DRV eine zunächst weiter steigende Anlieferung auf eine schwache Nachfrage. Die war vor allem durch die Kaufzurückhaltung Chinas und der erdölexportierenden Länder geprägt gewesen. Weiter fallende Produktpreise waren die Folge. Zur Marktentlastung wurde neben der privaten Lagerhaltung insbesondere die Intervention von Magermilchpulver intensiv genutzt.

  • In Deutschland steigerten die Erzeuger ihre Anlieferung bis Juni um 2,5 Prozent. Dann setzte eine deutliche Drosselung ein.
  • Erst im November wurde die Vorjahreslinie um mehr als 4 Prozent unterschritten.
  • Insgesamt dürfte die Milchanlieferung deutscher Erzeuger im Berichtsjahr erstmals seit 2006 leicht auf ca. 31,4 Mio. t gesunken sein.

Ab Spätsommer änderte sich das Marktumfeld nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit sehr deutlich. Die globale Nachfrage übertraf das gedrosselte Angebot. Das führte zu einer zum Teil deutlichen Erholung der Preise.

Mit Material von DRV

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