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Hofheld-Blog der Woche

Düngeverordnung: Ein offener Brief an Julia Klöckner

Eine Frau schreibt einen Brief.
am Mittwoch, 03.06.2020 - 09:28 (1 Kommentar)

Hofheld-Blogger Basti Horn, CeresAward-Gewinner Phillip Krainbring und weitere Landwirte fordern in einem offenen Brief an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Düngeverordnung im Sinne der Praxistauglichkeit anzupassen.

Hofheld-Blogger Sebastian Horn ist einer von vielen innovativen Köpfen in Deutschland, deren Herz für die Landwirtschaft schlägt. Wie viele findet auch er täglich neue Lösungen für die Herausforderungen, die die Landwirtschaft bereithält.

Er ist auch einer von vielen, für den die Verabschiedung der Düngeverordnung ein Schlag ins Gesicht ist. Nachdem sie während der Corona-Krise "einfach so durchgewunken" wurde, wie unser agrarheute-Kolumnist Phillip Krainbring bemängelt, gelten die neuen Regeln seit dem 1. Mai.

Landwirte wie er und Sebastian Horn fürchten, dass diese zu einer schlechteren Nährstoffeffizienz und sinkenden Ernteerträgen führen werden und sie ihre Pflanzen nicht mehr gut und rechtzeitig mit allem, was sie für ein gesundes Wachstum brauchen, versorgen können.

Daher wenden sie sich gemeinsam mit anderen Landwirten - Thomas Andresen, Michael Reber, Georg Mayerhofer (Landwirt des Jahres 2017), Stefan Leichenauer, Andreas Wolfrum, Tim Müller, Michel Allmrodt, Sven Meier zu Evershausen, Tilo von Donner, Carina Dünchem und Henriette Keuffel - in einem offenen Brief an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Sie plädieren für eine Anpassung der Düngeverordnung, um ihre Zukunft und die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland zu gewährleisten, und liefern dafür konstruktive Lösungsvorschläge im Sinne der guten fachlichen Praxis.

Das sind die Forderungen der Landwirte

  • Es müsse weiterhin erlaubt sein, auf gefrorenem Boden stickstoff- und phosphorhaltige Düngemittel auszubringen. Eine enge Abstimmung mit den staatlichen Pflanzenbauberatungsstellen soll dabei eine Düngung auf dauerhaft gefrorenem Boden verhindern.
  • Eine Reduzierung der Stickstoffmenge um 5 % und ein Zusatz von Hilfsstoffen und Mikroorganismen halten die Unterzeichner des Briefs im Rahmen einer frühen Ausbringung denkbar. Hierfür sei eine sehr enge Vernetzung zwischen Beratungsstellen und Landwirten anzudenken.
  • Liegt der Stickstoffsaldo unter dem Grenzwert von 50 kg, sollte auch weiterhin eine standortangepasste Herbstdüngung möglich sein. Kulturen, die spätestens bis zum 30.9. eines Kalenderjahres ausgesät werden, sollten noch innerhalb der 30/60er-Regelung bis zum 15.10. organisch sowie mineralisch gedüngt werden dürfen.
  • Der Anbau wintergrüner Zwischenfrüchte, die den ganzen Winter die Nährstoffe aufnehmen können, könnte nach Meinung der Unterzeichner in Roten Gebieten verpflichtend werden.

Den gesamten Brief sowie die Erklärungen und Hintergründe zu den Forderungen der Landwirte lesen Sie im neuesten Blog von Sebastian Horn auf dem Junglandwirteportal Hofheld.

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