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Nährstoffmanagement

Nach der Düngeverordnung: So steigern Sie die Stickstoffeffizienz

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Werner Raupert, LAND & Forst
am
29.01.2016

Im Jahr 2016 soll die neue Düngeverordnung in Kraft treten. Jetzt sind neue Technologien gefragt, um die Effizienz der Nährstoffe zu steigern. Lesen Sie hier, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Prof. Hans-Werner Olfs, Hochschule Osnabrück, präsentierte bei einem Fachsymposium in Einbeck Ergebnisse eines Verfahrens zur effizienteren Nutzung von flüssigen Wirtschaftsdüngern, in diesem Fall der Gülle-Injektion zu Mais. Ein Versuch sollte klären, ob durch die Injektion flüssiger Wirtschaftsdünger in den Boden und anschließende Mais-Aussaat direkt über diesen im Boden liegenden Güllebändern (etwa in 12 cm Tiefe) eine Substitution der mineralischen Unterfußdüngung möglich ist.

Zielsetzung war, dadurch die N-Verluste zu minimieren und die P-Aneignung aus Wirtschaftsdüngern in der Jugendentwicklung des Maises zu verbessern.

N-Nutzungseffizienz verbessert sich

In Rahmen eines Feldversuches in 2014 konnten 24 Tage nach der Gülle-Injektion ohne Hemmstoff-Einsatz nur noch gut 75 Prozent (%) und nach 61 Tagen sogar nur noch 20 % des Stickstoffs als Ammonium-N nachgewiesen werden; im Vergleich zu 76 % bzw. 69 % in der Variante mit Zusatz von Nitrifikationshemmstoff.

Dies bewirkte zum Erntetermin bei gleich hohen Trockenmasse-Erträgen eine höhere N-Aufnahme und damit eine verbesserte N-Nutzungseffizienz.

Nitrifikationshemmer sind auf leichten Böden sinnvoll

Olfs hielt fest, dass die Zugabe von Nitrifikationshemmern vor allem auf leichten Böden sinnvoll ist. Die N-Verlagerung war verzögert bzw. die Verfügbarkeit verbessert. Eine Substitution der mineralischen Unterfußdüngung sei somit durchaus möglich.

NH3-Verluste bis zu 60 Prozent senken

Ammoniakverluste können durch die rasche Einarbeitung oder Applikation in den Boden bis zu über 90 % im Vergleich zur oberflächlichen Ausbringung reduziert werden. Diese Wirkung sei aber variabel und von der Applikationstechnik sowie der applizierten Düngermenge abhängig. Durch Veränderung der Düngereigenschaften, z. B. Senkung des pH-Wertes bei organischen Düngern auf etwa 6,5 oder die Kombination mit Urease-Inhibitoren bei Harnstoff, könnten die mit der oberflächlichen Applikation des jeweiligen Düngers verknüpften NH3-Verluste im Mittel um rund 60 % abgesenkt werden.

Die Wahl der spezifischen Reduktionsmaßnahme ist sowohl von der Düngerart als auch von den Umweltbedingungen bei der Applikation abhängig.

Nitrifikationshemmstoffe mindern Lachgasemissionen

Messungen zur Optimierung der N-Düngung (sowohl räumlich als zeitlich) haben gezeigt, dass die N2O-Emission durch eine optimierte N-Düngung um rund 15 % gesenkt werden konnte. Ein höheres Minderungspotential zwischen 30 und 40 % konnte durch den Einsatz von Nitrifikationshemmstoffen erreicht werden.

Fazit:

  •  Nährstoffmanagement verbessern
  • Flüssige Wirtschaftsdünger effizienter nutzen (Gülle-Injektion zu Mais unter Zugabe von Nitrifikationshemmern macht mineralische Unterfußdüngung überflüssig)
  • Ammoniakverluste durch rasche Einarbeitung senken
  • Applikationstechnik entscheidender Faktor
  • Lachgasemission durch Nitrifikationshemmer reduzieren
  • P-Düngung mit Klärschlamm sehr umstritten

Gülleausbringung: Diese Techniken sind noch erlaubt

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