Login
Stickstoffdünger

Düngeverordnung: Sperrfrist endet am 31. Januar

© Jelko Djuren/LWK Niedersachsen
LWK Niedersachsen/agrarheute
am
29.01.2016

Ab Anfang Februar können Landwirte stickstoffhaltige Dünger wieder auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen. Unter bestimmten Umständen ist jedoch bereits ein vorzeitiger Beginn möglich.

Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mitteilt, endet die durch die Düngeverordnung festgelegte Sperrfrist für stickstoffhaltige Dünger am 31. Januar. Damit können Landwirte ab Anfang Februar diese Düngemittel wieder auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen, so die Fachberater der LWK Niedersachsen.

Düngeverordnung: Sperrfristen für Dünger

Von der Sperrfrist betroffen sind Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot, stickstoffhaltige Mineraldünger sowie viele Klärschlämme. Diese Dünger dürfen laut Düngeverordnung

  • auf Ackerland vom 1. November bis 31. Januar
  • auf Grünland vom 15. November bis 31. Januar

grundsätzlich nicht ausgebracht werden.

Antrag auf Vorverlegung der Sperrfrist

Landwirte hatten im vergangenen Jahr die Möglichkeit, eine Vorverlegung der Sperrfrist zu beantragen. Diente dies dem Boden- und Gewässerschutz, konnte die LWK eine Verschiebung der Frist genehmigen. Die Länge des Sperrfristzeitraums blieb davon unberührt, eine Verkürzung war nicht möglich.

Frühere Düngung ab 16. Januar möglich

Viele Landwirte haben die Genehmigung erhalten und waren damit verpflichtet, die Düngungsmaßnahmen im Herbst zwei Wochen früher einzustellen. Damit waren sie berechtigt, bereits ab dem 16. Januar die genannten Düngemittel auf bestellte Ackerflächen und Grünland auszubringen.

Witterung: Bodenschonende Ausbringung möglich

Wie die Fachberater der LWK Niedersachsen mitteilten, kann die in der zweiten Januarhälfte häufig vorherrschende Witterung mit Nachtfrösten und positiven Tageshöchsttemperaturen genutzt werden, um eine bodenschonende Ausbringung zu gewährleisten.

Auf bewachsenen Flächen wie Grünland, Wintergetreide oder Winterraps besteht bei diesen Düngungsterminen kein nennenswertes Risiko von Stickstoffverlusten bis zum Einsetzen der Vegetation. Versuchsergebnisse zeigen zudem geringere Ammoniakverluste als bei der Ausbringung im März bei höheren Temperaturen.

Düngung an Pflanzenbedarf anpassen

Grundsätzlich ist die Düngung dem Bedarf der Pflanzen anzupassen. Dazu sind Düngezeitpunkt und Düngemenge so zu wählen, dass die Nährstoffe möglichst vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden. Der Boden muss dafür aufnahmefähig sein.

Bei Wassersättigung des Bodens, geschlossener Schneedecke oder dauerhaft gefrorenem Boden dürfen Gülle, Gärreste und andere stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel nicht ausgebracht werden. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet und führen zu Abzügen bei EU-Direktzahlungen, teilt die Landwirtschaftskammer mit.

Gülleausbringung: Diese Techniken sind noch erlaubt

Prallverteiler strahlt nach unten
Prallverteiler, bei denen der Güllestrahl nach unten beziehungsweise zur Seite abgestrahlt wird, sind auch weiterhin erlaubt. Diese sogenannte Breitverteilertechnik lässt sich auch relativ günstig nachrüsten. Befestigt wird sie direkt am Schieber des Fasses. © Zunhammer
Schwanenhalsverteiler
Auch sogenannte 'Schwanenhalsverteiler' gehören zu den Breitverteilern und sind weiterhin erlaubt. Die Gülle trifft hier gegen ein gebogenes Blech und spritzt nach unten und zur Seite. Auch hiermit ist eine ordentliche Verteilgenauigkeit erreichbar. © Werkbild
Schwenk- bzw. Pendelverteiler
Beim Schwenk- beziehungsweise Pendelverteiler wird der Flüssigmist durch das Hin - und Herschwenken des Flüssigmiststrahls verteilt. Dabei entsteht ein großtropfiges Streubild mit sehr guter Breitverteilung. Durch Duo-Lösungen, wie auf dem Bild sind Arbeitsbreiten bis zu 21 Meter realisierbar. © Möscha
Schleppschlauchverteiler
Vorteile von Schleppschläuchen sind die hohe Verteilgenauigkeit und die bodennahe Ablage. Auch sind mittlerweile sehr große Arbeitsbreiten möglich. Diese Exaktverteilertechnik ist zwar teuer, aber eine der Zukunftssichersten, da sie Verluste minimiert. Eine Nachrüstung für alte Güllefässer ist oft nicht möglich. © Zunhammer
Güllegrubber
Beim Güllegrubber befinden sich am Ende des Tankwagens Grubberzinken mit hinter diesen angeordneten Schläuche, über die die Gülle in die vom Grubberschar gezogene Erdrinne fließt. Die zurückfallende, aufgelockerte Erde deckt den ausgebrachten Flüssigmist sogleich ab. Auch diese Technik gehört zu den sogenannten Exaktverteilern. © werktuigendagen/wikipedia
Schlitzschuhverteiler
Auch beim Schleppschuh- oder Schlitzschuhverteiler wird die Gülle aus den Schläuchen mit zusätzlichen Metallkufen direkt in die Grasnarbe geritzt. Der Bestand schließt sich anschließend wieder, wodurch der Luftaustausch und die Einstrahlung verringert werden. Dadurch sinken die Geruchs- und Ammoniakemissionen deutlich ab. Der Einsatzschwerpunkt liegt hier auf dem Grünland. © Zunhammer
Düsenbalkenverteiler
Auch Düsenbalkenverteiler sind weiterhin erlaubt. Mit zwei oder mehr Düsen können auch größere Arbeitsbreiten erreicht werden. Im Vergleich zu Breit- oder Schwenkverteilern sind sie jedoch deutlich teurer. © Pichon
Auch interessant