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Güllesperrfrist

Düngung nach Ende der Sperrfrist: Auf Zustand des Bodens achten

Raps, Gülle. Düngung
Jelko Djuren, LWK Niedersachsen
am
08.02.2017

Zwar ist Ende Januar vielerorts die Güllesperrfirst abgelaufen. Um den Dünger aber sinnvoll auf die Fläche zu bringen, sind fachliche und rechtliche Punkte zu beachten.

Am 1. Februar endete beispielsweise in Niedersachsen die allg. Sperrfrist für N-haltige Düngemittel. Laut LWK Niedersachsen sollte grundsätzlich der Ausbringzeitpunkt für die erste N-Gabe so gewählt werden, dass der Stickstoff zum Vegetationsstart zur Wirkung kommt. Dies gilt sowohl für mineralische als auch für organische Dünger. Daneben sind Aspekte der Befahrbarkeit und Bodenschonung zu berücksichtigen.

Neben den fachlichen Gesichtspunkten sind laut Kammer aber auch rechtliche Vorschriften zu beachten. Gemäß § 3 Absatz 5 der DüngeV dürfen stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel, worunter auch Gülle, Jauche, Gärreste und Mist fallen, nicht aufgebracht werden, wenn der Boden

  • überschwemmt,
  • wassergesättigt,
  • gefroren oder
  • höher als 5 cm schneebedeckt ist.

Die Regelung gilt für Grünland und Ackerland gleichermaßen und soll der Gefahr durch Abschwemmung vorbeugen.

Definition von gefrorenem Boden

Die Definition für einen gefrorenen Boden lautet: ein Boden, der durchgängig (d.h. die gesamte Fläche des Schlags) gefroren ist und im Verlauf des Tages nicht oberflächig auftaut. Die Frosteindringtiefe spielt dabei keine Rolle.

Damit sind Düngungen zulässig, die die Tragfähigkeit nachts gefrorener Böden ausnutzen, wenn die Flächen im Tagesverlauf aufgrund positiver Temperaturen in den Nachmittagsstunden oberflächig auftauen und die ausgebrachten Düngemittel vom Boden aufgenommen werden können. Bei Dauerfrost, das heißt an Tagen, an denen auch tagsüber keine positiven Temperaturen erreicht werden, ist eine Düngung dagegen nicht zulässig.

Besondere Vorsicht ist bei hängigen Flächen geboten. Hier besteht eine hohe Abschwemmungsgefahr, auch oder insbesondere bei nachfolgendem Tauwetter und/oder Niederschlägen. Wenn zudem Gülle oder Gärreste mit geringen Trockensubstanzgehalten aufgebracht werden und der Getreidebestand nur schwach entwickelt ist (Spätsaaten) ist ein Abfließen kaum zu verhindern.

Keine Düngung auf wassergesättigten oder schneebedeckten Böden

  • Wassergesättigte Flächen, bei denen sich freies Wasser an der Oberfläche befindet, scheiden für eine Düngung ebenfalls aus. Sie sind zudem ohne Bodenstrukturschäden befürchten zu müssen, nicht zu befahren. Dies gilt auch für Flächen, bei denen Schmelzwasser aufgrund des im Untergrund vorhandenen Frostes nicht versickern kann.
  • Bei Schneeauflage ist eine Düngung dann verboten, wenn die Schneedecke mehr als 5 cm hoch ist. Allerdings sollte laut den Experten der LWK Niedersachsen auch bei Schneehöhen unter 5 cm auf eine Düngung verzichtet werden. Zum Einen muss die Sinnhaftigkeit einer Düngung auf Schnee generell bezweifelt werden, zum Anderen führen solche Praktiken zu Unverständnis in der Bevölkerung und sind nicht geeignet, das Image der Landwirte zu verbessern.

Pflicht zur Prüfung der Aufnahmefähigkeit

Die LWK weist darauf hin, dass jeder Landwirt die Pflicht hat, vor einer Aufbringung von Gülle und anderen stickstoffhaltigen Düngemitteln die Aufnahmefähigkeit der Bodens zu prüfen. Ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Gewässern ist dabei in jedem Fall einzuhalten. Bei einer Breitverteilung der Gülle beträgt dieser mindestens 3 Meter bis zur Böschungsoberkante.

Verstöße gegen die Regelungen sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant. Wird festgestellt, dass Düngemittel in anliegende Gräben abgeschwemmt werden, kann dies als Straftat (Gewässerverunreinigung) verfolgt werden.

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