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Düngeverordnung

Düngung NRW: verschärfte Auflagen, Dokumentation mit NIR-Sensoren

Zunhammer Gülleselbstfahrer mit VAN-Control-Inhaltsstoffmessung
am
16.01.2019
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Landwirte in NRW müssen sich auf weitere Einschränkungen in der Düngung einstellen und können jetzt mit NIR-Sensoren dokumentieren.

Das Kabinett der Düsseldorfer Landesregierung billigte am 14. Januar den Entwurf einer neuen Landesdüngeverordnung, die noch in diesem Monat in Kraft treten soll.

Laut Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser soll die neue Landesdüngeverordnung für NRW die seit Juni 2017 bundesweit geltende Düngeverordnung ergänzen und  in Gebieten mit einer nach wie vor zu hohen Belastung des Grundwassers durch Nitrateinträge zusätzliche Anforderungen festlegen.

Dazu gehören

  • eine verpflichtende Analyse der Nährstoffgehalte eigener Wirtschaftsdünger wie Mist oder Gülle,
  • eine verlängerte Sperrfrist für Grünland um zwei Wochen im Herbst, in der keine Düngung zulässig ist sowie
  • die Pflicht zur Einarbeitung von ausgebrachter Gülle oder Gärresten innerhalb von einer statt vier Stunden.
  • die jährlich von den Betrieben zu erstellenden Nährstoffbilanzen sollen zentral durch die zuständige Behörde erfasst werden.

Nitratbelastung des Grundwassers muss weiter gesenkt werden

Ministerin Heinen-Esser betonte: „Die neuen Regelungen stellen die Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen. Sie sind aber notwendig, um die nach wie vor in einigen Regionen zu hohe Düngebelastung weiter zu minimieren.“

Gleichzeitig würden mit der Verordnung kleine Betriebe, die keine Flächen in belasteten Gebieten haben, entlastet. „Wir haben die Bagatellgrenze, ab der ein Betrieb seine Nährstoffbilanz und seine Düngebedarfsermittlung schriftlich dokumentieren muss, für bestimmte Betriebe, die ausschließlich in nicht belasteten Gebieten wirtschaften, etwas ausgeweitet“, so die Politikerin.

Alleine mit der Düngeverordnung und der jetzt erlassenen Landesverordnung könnten die Ziele des Gewässerschutzes aber nicht erreicht werden. Deshalb lege die Landesregierung den Fokus ebenso auf kooperative Ansätze zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, den Zwischenfruchtanbau, den Einsatz moderner Ausbringungs- und Aufbereitungstechnik oder eine möglichst effiziente Fütterung.

NRW erkennt Nährstoffsensoren für Dokumentation an

Positiv hingegen dürfte sein, dass NRW die Ermittlung des Nährstoffgehaltes von flüssigen Wirtschaftsdüngern mittels Nahinfrarotspektroskopie-Sensoren (NIRS) gemäß DLG-Zertifizierung anerkennt. So steht es in den Mitte November veröffentlichten Vollzugshinweisen zur Umsetzung der Düngeverordnung.

Bisher hatte der Gesetzgeber die elektronische Datenerfassung von Nährstoffen zur Dokumentation nicht berücksichtigt. Damit steht den Landwirten neben der bisherigen Analyse der Gülle im Labor und der Arbeit mit Richtwerten nun ein drittes Verfahren zur Verfügung. DLG-zertifiziert sind die NIRS der vier Hersteller John Deere, Zunhammer, MUT und Kaweco. 

Das ist zu beachten beim Einsatz von NIR-Sensoren

Voraussetzung für eine Anerkennung ist laut Vollzughinweisen eine regelmäßig aktualisierte Kalibrierung nach Herstellervorgaben wie zum Beispiel ein jährlicher Wartungsvertrag.

Zu dokumentieren sind neben den gemessenen Nährstoff- und Trockensubstanz-Gehalten die Wirtschaftsdüngerart, die Aufbringmenge, der Sensortyp und das Kalibrationsmodell. Empfohlen wird bei Einsatz der NIR-Technik eine schlagspezifische Ermittlung und Dokumentation der Aufbringmenge und Nährstoffgehale einschließlich Trockensubstanz-Gehalt.

Ferner empfiehlt die Landwirtschaftskammer: Können über NIRS-Technik einzelne verpflichtend vorgegebene Parameter wie Phosphat nicht ermittelt werden, ist der fehlende Wert über Probenahme und Nährstoffgehalte einschließlich TS-Gehalt zu ermitteln.

Mit Material von DLG, LWK NRW, AgE

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