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Dürre 2018: So reagieren die Ackerbauern in 2019 - Teil 3

Biolandwirt Daniel Wehmeyer
am Dienstag, 04.12.2018 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Die Ernte 2018 war bei vielen nicht gut, ist aber abgehakt. Nicht so die Trockenheit als agrarheute Anfang November mit Landwirten sprach. Sollte man die eigene Ackerbaustrategie anpassen oder sich nicht verrückt machen lassen? Biolandwirt Daniel Wehmeyer aus der Nähe von Osterode am Harz berichtet welche Schlussfolgerungen er für 2019 zieht.

Daniel Wehmeyer (36 Jahre) ist Biolandwirt und bewirtschaftet bei Osterode am Harz (flachgründige Gips-Karstböden) und bei Duderstadt (trockene Buntsandsteinböden) insgesamt 124 ha Ackerland (davon 40 ha 2-jähriges Kleegras) und knapp 300 ha Grünland. Neben der Rinderzucht mit 180 Tieren liegt sein Schwerpunkt im Ackerbau auf der Saatgutvermehrung (60% der Ackerfläche). Er arbeitet nach den Richtlinien des Biolandbaus mit siebenjähriger Fruchtfolge. „Hauptziel unseres Ackerbaus ist es, im Winter ausreichend Stroh für den Mutterkuhstall zu haben“, sagt Wehmeyer. Das Stroh landet dann im Frühjahr als Mist wieder auf seinen Flächen.

Mist und weite Fruchtfolge

„Bevor wir den Mist mit dem Streuer ausbringen, fahren wir ihn mit dem Miststreuer ohne Streuteller auf Feldmieten und dort lagert er circa drei Wochen unter Folie. Das fördert die Rotte und bei Temperaturen bis 70 Grad Celsius gehen die Unkrautsamen kaputt“, sagt er. „Die Mistausbringung in die Getreidebestände im Frühjahr fördert den Humusaufbau und die Schattengare des Bodens kommt dem Bodenleben zugute“, sagt Wehmeyer. Die weite Fruchtfolge mit Kleegras als Bodenruhe ist dem Landwirt extrem wichtig und das nicht erst seit der Trockenheit in diesem Jahr. „Der Humus hilft dabei, Wasser im Boden zu halten und Erosion zu mindern. Das konnte man in diesem Jahr sehr gut sehen“, so der Landwirt. Auf seinen Flächen fehlen in diesem Jahr circa 450 l Regen.

Aussaatbedingungen sind entscheidend

Wegen des sehr nassen Herbstes 2017 hatte er im vergangenen Herbst auf knapp der Hälfte seiner Fläche auf die Aussaat von Winterungen verzichtet. „Das war rückblickend die richtige Entscheidung. Unser Sommerroggen beispielsweise kam mit der Trockenheit in diesem Jahr vergleichsweise gut zurecht und war ähnlich ertragsstark wie der Winterroggen“, berichtet er, hat in diesem Herbst aber wieder komplett auf Winterungen, Roggen, Weizen und Dinkel, gesetzt. „Der Boden war befahrbar“, argumentiert er.

Reduzierte Aussaatstärke

Seit August hat es bei ihm nur 35 l Regen gegeben. Sein Getreide habe zwar Trockenstress, sei aber gut aufgelaufen. In diesem Jahr hat Wehmeyer den Flächenanteil des Roggens um etwa 30% erhöht, ist in der Saatstärke aber runtergegangen. „Davon verspreche ich mir eine bessere Nährstoffversorgung der Einzelpflanze und weniger Lager, wenn es im Juli wie sonst üblich feucht sein sollte“, erklärt er.

Humusaufbau und reduzierte Bodenbearbeitung

Ob Winterung oder Sommerung sei für ihn mittlerweile zweitrangig. Das handhabe er in Zukunft je nach Bodenverhältnissen absolut flexibel. Entscheidend sei die Bodengare. Dafür will er weiter Humus aufbauen und in einen Strohstriegel investieren, um den Boden in Zukunft noch extensiver bearbeiten zu können.

Mit Material von agrarheute Pflanze + Technik 12/2018

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