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Zukunftsfragen

Dürre in Franken: Klärwasser zur Beregnung?

Kläranlage
am Dienstag, 15.10.2019 - 09:34 (1 Kommentar)

In Schweinfurt ist es so trocken wie kaum woanders. Neue Ideen sollen dem Wassermangel entgegenwirken. Doch sie sind umstritten.

Die Schweinfurter Trockenplattein Unterfranken ist eine der trockensten Regionen Deutschlands. Spessart, Rhön, Haßberge und Steigerwald halten den Regen ab. Nicht einmal 500 mm kommen hier am Boden an.

Leonhard Rosentritt, Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Bad Kissingen, wertet die Zahlen schon lange aus. „Seit 2001 gehen die Temperaturen drastisch nach oben. Das wirkt sich auch auf den Niederschlag aus. Ab 2003 hatten wir bis 2018 nur Trockenjahre, kein einziges Nassjahr.“

Es wird kaum neues Grundwasser gebildet

Die Folge der Trockenheit: Zu wenig Neubildung von Grundwasser im Winter, denn in tieferen Bodenschichten landet fast nichts. Die Quelle des Flusses Wern ist bereits vor zwei Jahren versiegt.

Auch kurzfristige Niederschläge ändern an der ausbleibenden Grundwasserneubildung nichts.

Regenwasser zurückhalten und zum Beregnen verwenden

Die Versiegelung der Landschaft verschärft das Problem. Unterschiedliche Ansätze wollen dem jetzt entgegenwirken.

Soll soll das Regenwasser in einem Beugebiet im Landkreis Schweinfurt künftig aufgefangen werden. Über eine eigene Kanalisation wird das Dachwasser in ein Rückhaltebecken abgeleitet und gespeichert werden, um es als Beregnungswasser nutzen zu können.

Abwasser aus Kläranlage nutzen

Forscher der Technischen Universität München würden in Schweinfurt gerne noch einen Schritt weitergehen. Sie wollen ein Forschungsprojekt umsetzen, das bislang auf Skepsis stößt: Abwasser aus der städtischen Kanalisation für landwirtschaftliche Bewässerung nutzen.

Das Projekt ist umstritten. Wasserversorgung fürchten um Einnahmen und Landwirte wollen vermeiden, dass Schadstoffe auf ihre Felder gelangen.

Beregnung mit Klärwasser könnte den Main schonen

Doch das chemisch geklärte Wasser ist gerade in Hitzeperioden schon jetzt sauberer als der Main, in das es abgeleitet wird. Die Idee würde Konflikte mit Fischern und der Schifffahrt um die Entnahme von Mainwasser in Dürrezeiten lösen, argumentieren die Befürworter.

Drei Klärstufen gibt es jetzt schon: mechanisch, biologisch und chemisch. Bevor das Klärwasser zur Bewässerung genutzt werden kann, muss noch eine vierte Reinigungsstufe entstehen. Sie soll Rückstände von Arznei- und Körperpflegemitteln und aus der Landwirtschaft aus dem Abwasser herausholen.

Mit Material von BR

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am Montag, 31.12.2018 - 05:00

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