Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Trockenheit 2022

Dürremonitor beweist: Es ist immer noch zu trocken in Deutschland

Landwirt im Regen
am Samstag, 24.09.2022 - 06:00 (8 Kommentare)

Trotz zum Teil heftiger Regenfälle ist die Gesamtsituation längst nicht entspannt. Im Boden fehlt immer noch Wasser.

Duerre-2022-09-23Dürremonitor Deutschland - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ

Nach den Regenfällen der letzten Zeit konnte man von der Küste bis zum Alpenrand ein erleichtertes Seufzen hören. Endlich wieder Wasser vom Himmel. Viele Landwirte, aber auch Förster, Gartenbesitzer oder Fischer konnten aufatmen. Doch für eine generelle Entwarnung scheint es noch zu früh zu sein. Der Dürremonitor des Leipziger Umweltforschungszentrums weist für fast ganz Deutschland immer noch auf Dürre hin.

Viel Regen, aber nicht überall

Mit dem September endete vielerorts der Sommer. Es regnete. Und das nicht zu knapp. In den letzten 30 Tagen sind zum Teil mehr als 140 Liter Regen gefallen. In manchen Gegenden hatte man wieder gegen Fluten im Keller und auf den Straßen zu kämpfen. Selbst im Bundesdurchschnitt regnete es mit rund 73 Liter pro Quadratmeter schon mehr als im langjährigen Monatsmittel der Jahre 1991 bis 2020 mit 64,5 Litern pro Quadratmeter. Somit sind gut 13 Prozent mehr Regen gefallen als üblich. Nur nicht überall.

Bodenfrost im September

Hinzu kommt, dass die Temperaturen deutlich in den Keller gegangen sind. Es gibt vereinzelt bereits Bodenfrost. Von München aus blickt man auf verschneite Alpen. Regen, Kälte, langsam müsste sich die Situation normalisiert haben. Doch im Gesamtbild ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn der Regen hat den Boden noch längst nicht aufgefüllt.

Oberboden fast überall feucht genug

Sieht man sich die Karten zur Bodenfeuchte an, fällt zweierlei auf. Zum einem sieht es bei dem Punkt des pflanzenverfügbaren Wassers, also den ersten 25 Zentimetern im Boden, fast bundesweit gut aus. In einem Streifen vom westlichen Niedersachsen und nördlichen Nordrhein-Westfalen über das Weserbergland bis nach Sachsen-Anhalt und Teile Brandenburgs kommt es zu Trockenstress bei den Pflanzen. So weit, so gut. Allerdings ändert sich das Bild, blickt man den Gesamtboden an; da herrscht in weiten Teilen tiefdunkles Rot vor und verweist auf eine außergewöhnliche Dürre.

Vier bis sechs Wochen Regen wären nötig

Dürre-Jahre-Apr-Oct_1952-2020

Seit den frühen 1950er Jahren gab es zwar immer mal wieder regionale oder sogar deutschlandweite Trockenphasen. Aber die letzten Jahre deuten auf eine neue Qualität hin. Die Klimakrise trifft die Landwirtschaft dabei bis ins Mark. Damit sich die diesjährige Situation entspannt, sollte es vier bis sechs Wochen regnen.

Die Situation könnte sich weiter entspannen. Nächste Woche soll es erst einmal wieder Regen geben. Gefolgt von Sonne am 3. Oktober. Im Oktober geht es dann zunächst mit trockenem Wetter weiter. Aber die mittelfristige Prognose sieht bereits eine kühlere und feuchtere zweite Oktoberhälfte.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...