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Dürre

Dürremonitor: So trocken sind die Böden in Deutschland schon wieder

Dürremonitor_Oberboden_helmholtz_zentrum
am Montag, 03.01.2022 - 11:30 (1 Kommentar)

In einigen Regionen ist es schon wieder trocken, zeigen Daten des Helmholtz-Instituts. So niedrig sind die Wasservorräte in den Böden.

Vom vergangenen Jahr blieb vor allem die Flut im Westen Deutschlands im Gedächtnis. Trotz der regenreichen ersten Jahreshälfte war 2021 aber insgesamt kein nasses Jahr.

In einigen Regionen ist es schon wieder regelrecht trocken. Das zeigt nun auch der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ)

 

Zu trockener Herbst im Westen und Südwesten

UFZ_Bodenwasser_Oberboden_Dürremonitor

Besonders in Hessen, Teilen von Nordrhein-Westfalen (NRW) und Baden-Württemberg sind die Wasservorräte im Oberboden (bis 25 cm) ungewöhnlich niedrig für diese Jahreszeit.

"Der Wasservorrat, der sich seit dem Frühjahr gebildet hatte, ist schon wieder aufgebraucht", sagte Roland Funke, Leiter des Fachbereichs Hydrologie beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) NRW.

Das liegt vor allem am vergleichsweise trockenen Herbst. Zwischen August und November wurden in NRW etwa 214 l Niederschlag pro qm gemessen. Das sind 25 % weniger Regen als im langjährigen Mittel.

Wasservorräte profitieren nicht vom Starkregen

Wasservorräte_gesamtboden_helmholtz_dürremonitor

Besonders problematisch waren im vergangenen Jahr die lokalen Starkregenereignisse und das Hochwasser, die besonders in Teilen Nordrhein-Westfalens und von Rheinland-Pfalz großes Unheil angerichtet haben. Die örtlichen Niederschläge waren zu stark, als dass die Böden davon langfristig profitieren konnten.

"Zu starker Regen versickert nicht, sondern fließt in die Gewässer ab. Das ist wie bei einem Schwamm: Ist der Strahl zu kräftig, dringt das Wasser nicht ein. Nur ein weniger starker Wasserstrahl wird aufgesogen", sagt der Experte aus NRW.

Die Gesamtböden bis in 1,8 m Tiefe sind aber nicht nur in NRW besonders trocken. Auch im Osten Deutschlands sind die Bodenvorräte insgesamt nicht gut gefüllt, wie die Daten des Dürremonitors zeigen.

So stark sinken die Grundwasserstände

nutzbare Feldkapazität Dürremonitor Oberboden

Oberflächlich ist derzeit genügend pflanzenverfügbares Wasser da, wie die Daten des Dürremonitors zeigen. Das ist zu dieser Jahreszeit aber üblich.

Die Grundwasserstände sinken aber trotzdem. Sie hatten sich im vergangenen Jahr zwischenzeitlich erholt. In NRW sind laut Lanuv die Wasserstände zurzeit an der Hälfte der Messtellen zu niedrig. 

Die Gesamtentwicklung bereitet vor allem Waldbauern und Forstwirten Sorgen, da die Bäume nach mehreren Dürrejahren genug Wasser in den tiefen Schichten benötigen. 

Die Experten vom Lanuv befürchten, dass sich die Wasserstände vor dem Sommer nicht mehr ausreichend erholen können. 

Mit Material von dpa, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

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