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Weltwassertag 2022

Durstige Landwirtschaft? Ein Faktencheck zum Weltwassertag

Kühe sammeln sich an einer Tränke
am Freitag, 18.03.2022 - 16:00 (1 Kommentar)

Egal, ob Tierhalter, Ackerbauer oder Betreiber einer Biogasanlage; Landwirte brauchen Wasser. Doch sie tragen auch dazu bei, dass es bei allen aus dem Hahn sprudelt. Nach dem lieben Gott sind sie unsere wichtigsten Wasserlieferanten.

Deutschland ist ein mit Wasser gesegnetes Land. Im Prinzip. Denn fast überall fallen im Jahr zwischen 700 und 800 Liter Regen auf den Quadratmeter. 278 Milliarden Kubikmeter sind das in Summe. Selbst nach Abzug dessen, was verdunstet oder abfließt, bleiben immer noch 188 Milliarden Kubikmeter. Beziehungsweise 188 Kubikkilometer. Zum Vergleich: Der Bodensee ist mit 45 Kubikkilometern Wasser gefüllt. Der 22. März ist der Weltwassertag. Ein guter Zeitpunkt, um auf das Thema Wasser und Landwirte zu schauen.

Bodenversiegelung – größter Feind des Grundwassers

Klar, Regen fällt in ordentlichen Mengen vom Himmel. Doch der Regen speist unser Grundwasser, Flüsse und Seen nicht gleichmäßig. Das meiste tragen Wiesen, Felder und Wälder bei. Land- und Forstwirtschaft sind damit Garanten unserer Wasserversorgung. Unter Ackerflächen beispielsweise ist die Grundwasserneubildung enorm: Wenn jährlich bis zu 200 Liter pro Quadratmeter bei 800 Litern Niederschlag auf einem Feld versickern, füllt sich das Grundwasser je Hektar mit einem bis zwei Millionen Litern auf.

Demgegenüber stehen die Flächen, auf denen wenig bis nichts versickern kann. Denn 51.693 Quadratkilometer der Landesfläche entfallen auf Siedlungen und Straßen. Asphalt und Beton lassen aber kein Wasser durch. 44 Prozent der Städte, Dörfer gelten laut Umweltbundesamt als versiegelt. Sie sind beinahe nutzlos für einen natürlichen Wasserhaushalt.

Landwirte in Deutschland keine Wasserverschwender

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Zudem kommt Landwirtschaft in Deutschland überwiegend mit Regenwasser aus. Lediglich rund drei Prozent der Flächen werden zusätzlich bewässert. Der Gesamtwassereinsatz der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei liegt bei lediglich zwei Prozent. Mehr Wasser verbrauchen andere: Der Gesamtwassereinsatz der privaten Haushalte liegt bei elf Prozent, der der Energieversorgung bei 46 Prozent.

Wo Anbau viel Wasser verbraucht

Weltweit nutzt Landwirtschaft weitaus größere Mengen an Wasser, um Produkte zu erzeugen. Zwei Drittel verwendet sie global gesehen. Die Umweltorganisation WWF meldet beispielsweise, dass weltweit jedes Jahr etwa 256 Kubikkilometer Wasser für den Baumwollanbau notwendig sind. Allein in Pakistan gehen 90 Prozent des genutzten Wassers des Indus in die Landwirtschaft. Auch spanische Erdbeeren brauchen sehr viel Wasser; mehr als 200 Liter pro erzeugtes Kilogramm.

Nichtsdestotrotz steht die Landwirtschaft auch hierzulande immer wieder gerade in Bezug auf Wasser in der Kritik. Im Vordergrund stehen die Einträge von Dünger und Pestiziden ins Grundwasser, in Flüsse und Seen. Landwirte verweisen auf die Bedürfnisse der Pflanzen und das Sicherstellen gleichbleibend hoher Erträge. Bodenschützer kritisieren auch immer wieder die Belastung des Bodens durch Maschinen. Damit würde gerade in tieferen Bodenschichten eine verfestigte Schicht erzeugt, die das Versickern erschwert.

Boden und Wasser: Auch der Landwirt will Balance

Aber Boden und Wasser bleiben wichtiges Kapital der Landwirte. Sie haben ein Interesse an intakten Kreislaufsystemen. Und die Landwirte tun einiges, um das System Boden und Wasser in Balance zu halten. Zusammengefasst, sind es drei Arten, wie Landwirte mit Wasser zusammenhängen. Ihre Art des Wirtschaftens bestimmt den Abfluss des Wassers, die Aufnahme im Boden und schließlich auch zum Teil die chemische Zusammensetzung. Dafür nutzen sie zum Beispiel nach Möglichkeit die äußeren Bedingungen bestmöglich aus. Fahren mit Maschinen, die Leistung bringen, aber den Boden schonen. Sie setzen viel daran, den Boden durch Humusaufbau noch aufnahmefähiger zu machen.

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