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Forst

Erbschaftsteuer: Kippen die Vergünstigungen für Waldbesitzer?

von , am
30.06.2014

Düsseldorf - Bleibt der Wald erbschaftsteuerfrei? Wegen möglicher Änderungen bei der Erbschaftsteuer fürchten die deutschen Waldbesitzer um ihre Erträge. Am 8. Juli sind dazu in Karlsruhe Verhandlungen.

Wegen Änderungen im Erbschaftsteuer-Urteil fürchten Waldbesitzer um ihre Erträge. © hapo/landpixel
Die Karlsruher Richter verhandeln am 8. Juli über eine Vorlage der Bundesfinanzhofes, der das 2009 neu geregelte Erbschaftsteuerrecht für verfassungswidrig hält. Demnach ist Betriebsvermögen, zu dem auch Wald zählen kann, im Erbfall in der Regel steuerfrei.
 
Die deutschen Waldbesitzer fürchten nun um ihre Erträge, teilt die amtliche Presse mit. Sollte das Bundesverfassungsgericht die Vergünstigungen bei der Erbschaftsteuer für Waldbesitzer kippen, müssten diese zur Finanzierung "Stück für Stück" ihren Wald verkaufen. Die Folge wäre, dass internationale Finanzinvestoren kleine Wälder aufkaufen, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände, Philipp Freiherr zu Guttenberg, der Wirtschaftswoche.
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Schadenersatz für Waldflächen gefordert

Außerdem wiederholte zu Guttenberg seine Forderung nach Schadenersatz für Waldflächen, die dem Bau neuer Stromtrassen für die Energiewende zum Opfer fallen. Angemessen sei eine wiederkehrende Vergütung, die sich nach dem Marktwert richtet. "Wenn das nicht geschieht, werden Waldeigentümer vor Gericht gehen", zitiert ihn die dpa.
 
Bisher erhielten sie einmalig eine Entschädigung von 10 bis 20 Prozent (%) des Verkehrswertes der betroffenen Flächen. "Die Regelung stammt aus den 1950er und 1960er Jahren, als die Stromversorgung noch in staatlicher Hand war. Jetzt haben wir private Netzbetreiber. Die verdienen sich eine goldene Nase, und wir verlieren Teile unserer Produktionsgrundlage", kritisierte zu Guttenberg, der selbst zwei Forstbetriebe besitzt.

Landesverbandstag des Bundes deutscher Forstleute

Weltweit gibt es vier Milliarden Hektar (Mio. ha) Wald, was 31 % der weltweiten Landfläche ausmacht. In Deutschland sind es 11,1 Mio. ha, was etwa 32 % der Landfläche entspricht. Die Zahlen gibt das Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern (MV) heraus.

In der Speichergalerie des Thünen-Museums in Tellow, MV, fand am Sonnabend der Landesverbandstag des Bundes deutscher Forstleute statt, an der Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, teilnahm. Es wurden vorwiegend die Rahmenbedingungen der Forstleute diskutiert.
 
In MV sind es 560.000 Hektar bewaldete Fläche. Das entspricht etwa 23 % der Landesfläche, so das Agrarresort. "Leider ist unser Land eines der waldärmsten Bundesländer. Doch im Vergleich zur negativen Entwicklung des Waldbestands der Erde, der sich jedes Jahr um elf Millionen Hektar verringert, ist hier eine positive Waldflächenbilanz zu verzeichnen", sagte der Minister. Und das trotz unvermeidlicher und im öffentlichen Interesse liegender Waldumwandlungen, für zum Beispiel Tourismus- und Infrastrukturentwicklung. Seit 1990 seien 10.384 Hektar Fläche in Wald umgewandelt worden.

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