Login
Gewässerschutz

Erneute Anpassung der Düngeverordnung wird heiß diskutiert

Düngung
am
05.02.2019

Die Bundesregierung hat der Europäischen Kommission erneut Vorschläge für eine Anpassung der Düngeverordnung unterbreitet. Die agrarheute-Leser kommentieren das in den sozialen Netzwerken.

Düngeverordnung und kein Ende. Die Bundesregierung hat bei der Europäischen Kommission erneut Pläne zur Anpassung der Düngeverordnung vorgelegt. Das bestätigte vor wenigen Tagen der Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), Hermann Onko Aeikens.

Die zwischen dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium abgestimmten Maßnahmen sollen den Erwartungen der Kommission Rechnung tragen, da aus Brüsseler Sicht im deutschen Düngerecht noch immer Lücken klaffen, die einen wirksameren Grundwasserschutz verhindern.

Die Vorschläge der Regierungskoalition stießen in Politikerkreisen auf gemischte Reaktionen. Die agrarheute-Leser sind sich hingegen relativ einig in ihrer Ablehnung, wie Diskussionen auf Facebook und Twitter zeigen.

Ende der Tierhaltung in Deutschland?

Vor allem Tierhalter haben erneut Existenzängste, geht es doch vor allem um die Regelung der Güllelagerung und -ausbringung.

Martin W. schreibt auf Facebook: "Ein weiterer Schritt in Richtung Ausrottung der europäischen Tierhaltung und Verlagerung in Nicht-EU-Länder. [...] Bezahlt mir den Mulcher und den Lohn und ich übernehme die tierlose Erhaltung und Pflege unserer Kulturlandschaft, Stichwort obligatorisches Dauergrünland."

Micha M. sieht das ähnlich: "Wenn wir im Herbst keine Wirtschaftsdünger mehr ausbringen dürfen, ist das ein weiterer Sargnagel für die Tierhaltung in Deutschland."

Und auch Holger B. sieht kaum noch eine Zukunft für die deutsche Veredlungsproduktion: "Nun wird es Zeit, sich schon mal nach Ausweichmöglichkeiten im Nicht-EU-Ausland umzusehen ..."

Schröder J. hält mit Sarkasmus und pragmatischen Ideen dagegen: "Ich glaube, ich kaufe ein Schiff und bringe unseren guten organischen Mehrnährstoffdünger in die USA oder Russland."

Todesurteil für den Raps

Aber auch andere Auswirkung befürchten die Diskussionsteilnehmer. Christian R.: "Sicher noch mehr Bürokratie für die Landwirtschaft, kein Wunder, dass die Betriebe wegfallen."

Wolfgang R. schreibt: "Ok, das ist das absolute Todesurteil für den Raps!" und ergänzt mit der Erklärung: "Durch das Verbot insektizider Beizen müssen geschädigte Rapsbestände ernährungsphysiologisch unterstützt werden. Jetzt soll auch noch die ohnehin schon eingeschränkte Möglichkeit verboten sein?! Jegliche Möglichkeit zur Bestandesführung wird genommen."

Fachkräftemangel in der Bundesregierung

Andere haben vor allem eine klare Meinung zu den Initiatoren der Gesetzesanpassung in Berlin.

Dennis N. deutet: "Ganz klar, Fachkräftemangel in der Bundesregierung!" Und Jan E. fordert: "Sollen die Politiker mal einen Betrieb leiten mit den Regeln; die würden aus dem Büro gar nicht rauskommen und die Pflanzen und Tiere würden verhungern "

Bauernverband im Hintertreffen

Kritik erntet auch der Deutsche Bauernverband (DBV), der sich gegen die erneute Revision der Düngeverordnung positioniert hatte.

Maximilian B. schreibt: "Wäre Klasse, wenn sich der Bauernverband mal im Vorfeld stark machen würde. Und nicht erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Kann natürlich auch sein, dass die genug damit zu tun haben ihren Wasserkopp zu verwalten."

Andere schließlich fordern eine mehr verursacherbasierte Gewässerschutzpolitik, wie Josef S.: "Warum geht man nicht an die Ursachen, z.B. zu hohen Viehbesatz auf den Flächen oder Konzentration der Viehhaltung in bestimmten Regionen? Warum werden auch Betriebe mit flächengebundener Tierhaltung mit zusätzlichen Aufzeichnungspflichten belästigt? Warum unterscheidet man anhand von Gebietskulissen und nicht anhand vom Viehbesatz? Schwierige Fragen, oder?"

Wenn Sie mitdiskutieren wollen, freuen wir uns über Ihre Beiträge zum Thema in den agrarheute-Diskussionen auf facebook oder Twitter.

Auch interessant