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Ernte 2011: DRV bleibt bei skeptischer Einschätzung

von , am
18.07.2011

Berlin - Obwohl die Witterungsbedingungen im Juni recht günstig waren, hat der Deutsche Raiffeisenberband (DRV) seine Ernteschätzung nur leicht nach oben korrigiert.

Die Ernte von Wintergerste in Deutschland hat begonnen. © Mühlhausen/landpixel
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Schätzung zur Getreideernte 2011 gegenüber dem Vormonat nur leicht nach oben korrigiert. Die für den Vegetationsverlauf relativ günstigen Witterungsbedingungen im Juni mit ergiebigen Niederschlägen haben die Kornfüllung und Ertragsbildung insbesondere bei Sommergetreide und regional auch bei Weizen begünstigt.
 
Knapp sieben Prozent niedrigere Getreideerträge erwartet
 
Zu spät kam der Regen jedoch für Gerste und Raps. Im Vergleich zum Vorjahr erwartet der DRV in Deutschland mit 62,4 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) knapp sieben Prozent niedrigere Getreide-Durchschnittserträge. Nach jüngsten Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes wurde die Getreidefläche um 0,3 Prozent beziehungsweise rund 80.000 Hektar gegenüber dem Vorjahr ausgedehnt. Die vom DRV erwartete Erntemenge von 41,2 Millionen Tonnen Getreide wird das Ergebnis des Vorjahres (44,0 Millionen Tonnen) um voraussichtlich 2,8 Millionen Tonnen und damit mehr als sechs Prozent verfehlen. Allerdings werden die Erntemengen sehr unterschiedlich ausfallen.
 
In einigen Regionen sind die ersten Ergebnisse überaus enttäuschend. Insbesondere die anhaltende Trockenheit von März bis Mai verursachte vor allem auf leichten Böden in den nord- und ostdeutschen Bundesländern Ertragseinbußen. Günstiger sind die Prognosen für die besseren Standorte mit höherem Wasserhaltevermögen. Landwirte und Genossenschaften hoffen dringend auf trockenes Erntewetter, damit die Bestände ohne Qualitätsverluste eingebracht werden können.
 
Feuchtes Wetter begünstigt Auswuchs bei Raps
 
Bei Winterraps werden die Folgeschäden der Trockenperiode im Frühjahr deutlicher ausfallen. Den bundesweiten Durchschnittsertrag taxiert der DRV auf 31,3 dt/ha. Dies wären knapp 8,0 dt/ha oder 20 Prozent weniger als 2010. Bleibt es bei der unbeständigen Witterung, befürchtet der DRV Auswuchsprobleme bei der empfindlichen Ölsaat. Das Erntegut sollte deshalb möglichst schnell verarbeitet werden, damit nicht weitere Qualitätsverluste durch die Einlagerung entstehen. Da die Rapsfläche um 6,6 Prozent oder knapp 90.000 Hektar auf 1,36 Millionen Hektar eingeschränkt wurde, erwartet der DRV eine Rapsernte von nur 4,3 Millionen Tonnen. Damit wird das Vorjahresergebnis von 5,7 Millionen Tonnen um 25 Prozent verfehlt.
 
Genauere Informationen zur Ernteschätzung der einzelnen Kulturen finden Sie hier. mehr...

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