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Ernte 2015: So sieht es auf den Feldern in Deutschland aus

© sandboxStudio/Fotolia
von , am
26.08.2015

Die Mähdrescher sind unterwegs. Damit Sie den Überblick behalten, melden wir hier regelmäßig den aktuellen Stand der Ernte in Deutschland.

Englische Landwirte holten sich dank einer perfekten Saison den Weltrekord für die Weizenernte. © Mühlhausen/landpixel

Die aktuellen Ergebnisse der Ernte 2016 in Deutschland finden Sie hier. Auf den Getreidefeldern gehen die Mähdrescher jetzt in die Schlussrunde. Lediglich in einzelnen Regionen gibt es noch einige Felder abzuernten. Dort fehlt dem Getreide noch der letzte Reifegrad. Ansonsten sind die Landwirte nach einem witterungsbedingt schwierigen Jahr zufrieden.

 

Aktuell meldet der DWD deutschlandweit folgende Zwischenstände:

 

Winterweizen: 83 Prozent abgeschlossen (Stand: 23. August)

Wintergerste: 87 Prozent abgeschlossen (Stand: 11. August)

Raps: 79 Prozent abgeschlossen (Stand: 12. August)

Silomais: zwei Prozent abgeschlossen (Stand: 24. August)

Winterraps (Bestellung): 22 Prozent (Stand: 24. August)

 

Bayern

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
61,0 dt/ha (2014: 61 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
580,0 (2014: 600,0)
 
Bis auf wenige Ausnahmen ist die Getreideernte ansonsten abgeschlossen. Nach den vom Bayerischen Landesamt für Statistik bisher ausgewerteten Ertragsmessungen wird in Bayern beim Getreide - ohne Körnermais - mit einem Durchschnittsertrag von 70,6 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet. Dies sind zwar gut sechs Prozent weniger als im vorangegangenen Rekordjahr 2014 (75,4 dt/ha), aber rund neun Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2009/2014 (64,8 dt/ha).
 
Bei nahezu allen Getreidearten wurde ein zum Teil deutlich über dem Durchschnitt liegender Hektarertrag erzielt. Bei den beiden flächenstärksten Kulturen - Winterweizen und Wintergerste - wurde das mehrjährige Mittel um fast neun Prozent beziehungsweise über 11 Prozent übertroffen.
 
Trotz der Trocken- und Hitzeschäden kann in diesem Jahr mit einer überdurchschnittlichen Getreideernte von knapp 7,4 Millionen Tonnen gerechnet werden. Gegenüber der zweithöchsten Ernte des Vorjahres (7,80 Millionen Tonnen) bedeutet dies zwar einen Rückgang um gut fünf Prozent, der Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,83 Millionen Tonnen) wird jedoch um fast acht Prozent übertroffen.
 
Vorraussichtliche Hektarerträge und durchschnittliche Erntemengen in Bayern 2015: 
  • Weizen
    78,2 dt/ha und 4,3 Millionen Tonnen
  • Wintergerste
    68,4 dt/ha und 1,7 Millionen Tonnen
  • Sommergerste
    54,9 dt/ha und 0,6 Millionen Tonnen
  • Hafer
    47,3 dt/ha und 0,1 Millionen Tonnen
  • Triticale
    61,3 dt/ha und 0,5 Millionen Tonnen
  • Roggen und Wintermengengetreide
    52,4 dt/ha und 0,2 Millionen Tonnen 
Der Bayerische Bauernverband hat 167 Betriebe nach dem Erntefortschritt befragt. Das Ergebnis (Stand: 11. August):
 
Der Ertrag beim Raps liegt im Schnitt bei 39,63 dt/ha, das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ölgehalte variieren je nach Region sehr stark. Insbesondere in Unterfranken hat die Trockenheit dazu geführt, dass der Raps nicht genügend Öl bilden und einlagern konnte.
 
Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Grünland
 Diese Kulturen benötigen dringend Wasser. Auch das Grünland ist stark beeinträchtigt.
 
Silomais
Wie stark die Trockenheit die Pflanzen beeinträchtigt, zeigt der frühe Erntezeitunkt bei Silomais. Normalerweise wird je nach Lage ab der zweiten Septemberwoche mit dem Häckseln begonnen - doch nicht dieses Jahr. In trockenen Lagen starten die Bauern ab dieser Woche mit der Ernte. In Unter- und Mittelfranken laufen bereits die Häcksler – etwa vier Wochen zu früh!

Niedersachsen

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
70,0 dt/ha (2014: 56 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
256,0 (2014: 223,0)
 
Auf der insgesamt gut 860.000 ha großen Anbaufläche für Getreide dürften insgesamt 6,2 bis 6,4 Millionen Tonnen geerntet worden sein. Wie in trockenen Jahren immer wieder zu beobachten, gibt es sehr große Ertragsschwankungen.
 
Wintergerste
Als erstes wurde die Wintergerste mit einer Anbaufläche von knapp 150.000 ha geerntet und lieferte mit Durchschnittserträgen von um die 7,8 t/ha durchaus noch respektable Erträge.
 
Weizen
Der Löwenanteil der Getreidefläche war mit 430.000 ha dem Weizen reserviert. Hier gab es deutlichere Schwankungen, im Schnitt lagen die Erträge mit 8 t/ha um zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau.
 
Roggen
Auch der Roggen, ohnehin auf den schwachen Böden beheimatet, hat das Vorjahresergebnis um diese Größenordnung verfehlt und erreicht im Ertrag um die 6 t/ha.
 
Vielfach unzufrieden waren die Landwirte auch mit dem Ertrag des Winterrapses, der landesweit im Schnitt die 4 t-Marke je Hektar nicht erreichte. Probleme gab es nach der großen Hitze bei der Erntearbeit, da die Körner im oberen Teil der Halme durchaus reif und trocken waren, das Stroh dagegen noch nicht. An der Küste waren die Böden nach den Sommerniederschlägen gerade noch befahrbar, dort haben viele Landwirte jetzt Verstärkung bei Lohnunternehmen oder Maschinenringen geordert, um die Ernte zügig abschließen zu können. Denn danach geht es bereits wieder an die Aussaat für die Ernte im kommenden Jahr: Der Winterraps muss in die Erde.

Sachsen-Anhalt

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
50,0 dt/ha (2014: 63,60 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
37,0 (2014: 47,0)
 
Die Erträge und Qualitäten bei Gerste, Raps, Roggen und Weizen unterliegen starken regions- und sortenabhängigen Schwankungen. Besonders starke Einbußen verzeichnen die östlich der Elbe und in der Altmark wirtschaftenden Bauern.
 
Gerste
Die Ernte der Gerste ist überall abgeschlossen. Die überwiegend guten Erträge haben die Landwirte positiv überrascht. Offensichtlich hat die Gerste die geringen Bodenfeuchten noch am besten ausnutzen können.
 
Roggen
Von den Roggenflächen sind bisher ca. 20 % geerntet. Die ersten Zahlen weisen auf Erträge weit unter denen der Vorjahre hin. Auf einer Reihe von Schlägen wurden nur 2,5 bis 3 t/ha geerntet. Sorge bereitet auch, dass durch einen hohen Schmachtkornanteil teilweise keine Brotqualitäten erreicht werden. Für die Landwirte in den Roggenanbaugebieten in Altmark, Jerichower Land und Anhalt wird es erhebliche Einkommensverluste geben.
 
Raps
Die nahezu abgeschlossene Ernte von Raps zeigt ein sehr differenziertes Bild. Die Erträge schwanken zwischen 3 und 4,5 t/ha bei einem Durchschnitt von 3,57 t/ha, was einem Niveau unterhalb des langjährigen Mittels von 4 t/ha entspricht. Ebenso stark schwankt der Ölgehalt der Rapskörner, der mit preisentscheidend ist.
 
Weizen
Erste Zahlen aus der begonnenen Ernte des Weizens bestätigen die Vorernteschätzung, wo der Bauernverband von einem Ertragsniveau deutlich unterhalb des langjährigen Mittels von 7,7 t/ha ausging. Bisher wurde auf überwiegend leichteren Standorten im Landesschnitt ca. 6,5 t/ha geerntet, dabei lag die Spanne zwischen von 5 und 8,5 t/ha. Ebenfalls sehr stark schwanken die Rohproteingehalte, die für die Backfähigkeit maßgeblich sind. 

Mecklenburg-Vorpommern

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
50,0 dt/ha (2014: 57,6 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
35,1 (2014: 38,9)
 
Bei der Wintergerste dürfte der Durchschnittsertrag nach ersten Hochrechnungen bei knapp 85 dt/ha liegen und entgegen erster Befürchtungen doch deutlich besser ausfallen als in den Vorjahren. Nach Angaben von Ressortchef Dr. Till Backhaus waren 2014 bei der Wintergerste im Mittel knapp 81 dt/ha eingefahren worden und die Jahre davor nur 72 dt/ha. Bei den meisten übrigen Kulturen seien wegen der schlechtenWitterungsbedingungen in diesem Jahr keine Höchsterträge zu erwarten, stellte Backhaus fest. Dafür sei der Krankheitsbefall trotz der jetzt höheren Feuchtigkeit insgesamt gering.
 
Die für den Raps eher günstigen Bedingungen stimmten jetzt hinsichtlich der Ertragsaussichten doch noch optimistisch, so der Minister. Im Getreide hätten dagegen örtliche Starkniederschläge, verbunden mit Sturmereignissen, mancherorts zu Lagererscheinungen geführt, und beim Mais sei es sogar zu Stängelbruch gekommen. Die jetzt wieder bessere Wasserversorgung lasse die Ertragserwartungen für Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben aber wieder steigen.

Schleswig-Holstein

Auf den leichten Böden in Schleswig-Holstein hat die Wintergerstenernte begonnen (Stand: 16. Juli). Im Norden ist mit dem Erntebeginn in einigen Tagen zu rechnen. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Getreide- und Rapsernte. Gründe dafür sind das kühle trockene Frühjahr und die zuletzt heißen Tage. Die Kulturen im Überblick:
  • Winterweizen: 191.000 ha (plus ein Prozent). Die Erntemenge für Winterweizen wird auf 1,7 Mio. t geschätzt, das sind 13 % weniger als 2014.
  • Die Erntemenge an Futtergetreide (Gerste, Hafer, Sommermengengetreide und Triticale) schätzt die LWK Schleswig-Holstein auf 640.000 t (rund 2 % mehr als 2014).
  • Wintergerste: 59.400 ha (plus neun Prozent). Die Ernteerwartungen liegen hier bei rund 508.000 t , das sind vier Porzent weniger als im Vorjahr.
  • Winterroggen: 27.600 ha (plus 21 %). Bei etwas geringerer Ertragserwartung (75 dt/ha) als im Vorjahr werden rund 208.000 t Roggen erwartet, das sind rund 13 % mehr als im Vorjahr.
  • Triticale: 7.500 ha (plus 44 %). Die zu erwartende Ernte wird infolge der Anbauausweitung höher eingeschätzt als im Vorjahr.
  • Sommergetreide: 16.700 ha (minus fünf Prozent). Allein der Anbau von Sommerweizenwurd mit 2.900 ha weniger um fast um 22 % reduziert. Grund: die guten Bestellbedingungen für Winterweizen im vergangenen Herbst. Für die Ernte werden 25.000 t Sommerweizen erwartet. Die Erntemenge von Sommergerste und Hafer dürfte aufgrund der Ausweitung der Anbaufläche etwas größer ausfallen. 30.000 t bei Sommergerste und 42.500 t bei Hafer

  • Winterraps: 91.000 ha (minus 9 %). Die erwartete Erntemenge wird derzeit auf 378.000 t geschätzt, das sind 18 % weniger als im Vorjahr. Grund: die geringere Anbaufläche und der im vergangenen Herbst aufgetretene Befall mit Rapserdfloh und Kleiner Kohlfliege. Die Ertragserwartungen liegen unter Vorjahresniveau. Rapsbestände, die jedoch nicht geschädigt sind, können deutlich höhere Erträge erzielen.

  • Silomais: 167.000 ha (minus 5 %). Der bisherige Witterungsverlauf dürfte dazu führen, dass die Rekordernte von 2014r wohl nicht erreicht werden wird. In diesem Jahr sind aufgrund dieser Prognose Roggen, Triticale und Gerstenflächen zur Nutzung als Ganzpflanzensilage bereits geerntet worden.
  • Durch die neuen Regelungen der Agrarpolitik zum Greening hin zu mehr Fruchtfolge hat sich der Anbau von Körnerleguminosen verdoppelt auf nunmehr rund 2.400 ha gegenüber dem Vorjahr.

Hessen

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
45,0 dt/ha (2014: 55,2 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
90,0 (2014: 99,0)
 
In Hessen hat die Trockenheit deutliche Spuren hinterlassen. Von Februar bis Mai sind im Durchschnitt nur 135 Millimeter Niederschlag gefallen (55 Prozent des langjährigen Mittels). Vor allem auf flachgründigen Standorten (Mittelgebirgslagen oder im Hessischen Ried) sind die Getreidehalme und Ähren aufgrund der Trockenheit kürzer, die Körner wesentlich kleiner. Der hessische Bauernverband rechnet mit Ertragseinbußen von bis zu 30 Prozent.

Die einzelnen Kulturen im Überblick:
  • Die Wintergerste hat besonders unter der Trockenheit gelitten
  • Beim Winterweizen, der mit rund 160.000 Hektar etwas mehr als die Hälfte der hessischen Getreidefläche einnimmt, könnte der im Juni gefallene Regen die Kornfüllung vielleicht noch positiv beeinflussen.
  • Der Winterraps habe ebenfalls sehr unter der Trockenheit gelitten.
  • Der Silomais ist nach der Aussaat überhaupt nicht in die Gänge gekommen. Ihm machten die niedrigen Nachttemperaturen und das fehlende Wasser zu schaffen.
  • Die Zuckerrüben hätten in diesem Jahr lange gebraucht, um Mitte Juni bis zum Reihenschluss zu gelangen, normal sei dies Anfang Juni der Fall. Bis zur Haupternte im Oktober und November könne die Rübe sich noch gut entwickeln und entsprechende Erträge erzielen.
  • Grünland: Nach dem ersten Schnitt, der etwa 30 bis 50 Prozent unter dem Vorjahr lag, ist fast nichts nachgewachsen.

Nordrhein-Westfalen

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
55,0 dt/ha (2014: 62,1 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
57,0 (2014: 53,9)
 
Seit Ende Juni rollen die Mähdrescher bereits in Nordrhein-Westfalen. Damit startet die Getreideernte in NRW in diesem Jahr etwa so früh wie im langjährigen Durchschnitt, wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mitteilt. Angefangen wurde im Rheinland in der Köln-Aachener Bucht, gefolgt vom Niederrhein und in Westfalen-Lippe.
 
In Nordrhein-Westfalen entfielen in diesem Jahr von den 1,03 Mio. ha Ackerland rund 623.000 ha oder 60,5 Prozent auf den Getreideanbau:
  • Winterweizen: 270.244 ha
  • Wintergerste mit 136 708 ha
  • Körnermais: 100.866 ha
  • Triticale: 70 495 ha
Die Aussichten für die Getreideernte in Nordrhein-Westfalen waren Anfang Juliüberwiegend durchwachsen. Während bei der Wintergerste vielerorts noch Hoffnung auf eine zumindest durchschnittliche Ernte besteht, reift der Weizen auf leichteren Böden bereits vorzeitig ab. Gute Erträge wurden unter diesen Bedingungen nicht erwartet.

Brandenburg

Auch in Brandenburg startete die Getreideernte dieses Jahr früher als üblich. Hintergrund ist die anhaltende Trockenheit - die Wintergerste ging in die Notreife. 
 
Die vom Landesbauernverband erwartet Erntemenge im Überblick (Stand 30. Juni):
  • Getreide: 2,5 Millionen Tonnen (t) (im Schnitt 49 dt/ha)
  • Raps: 455.000 t
In Brandenburg wurde von den Ackerbauern auf 537.900 ha Getreide zur Körnergewinnung angebaut. Weizen nahm davon 169.200 ha ein, Roggen und Wintermenggetreide 187.700 ha. Sommer- und Wintergerste waren auf 93.400 ha ausgesät worden.

Sachsen

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
55,0 dt/ha (2014: 64,5 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
145,0 (2014: 145,0)
 
Aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr wurde in Sachsen regional schon im Juni mit der Ernte der Wintergerste begonnen worden. Die fehlende Bodenfeuchtigkeit im Winter und das sehr trockene Frühjahr schufen laut Landesbauernverband Sachsen keine günstigen Ausgangsbedingungen für das Wintergetreide.
 
Wintergerste (Stand: 10. Juni)
Schon Mitte Juni war bei der Wintergerste die Entwicklung abgeschlossen, so dass mit der Ernte begonnen wurde. Bezüglich der Getreidequalitäten bei der Wintergerste reichen diese von schwach bis sehr gut.
 
Seitens der Erträge erwarten Sachsens Landwirte eine sehr starke regionale Differenzierung:
  • So werden auf den leichten Standorten nur etwa 60 bis 80 Prozent des Vorjahresertrages erwartet,
  • auf den übrigen Standorten rechnet der LBV Sachsen mit ca. 80 Prozent des Vorjahresertrages.
Raps (Stand: 10. Juli)
Beim Raps kann derzeit noch keine klare Aussage getroffen werden, da sich die Bestände sehr differenziert zeigen.

Thüringen

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
55,0 dt/ha (2014: 63,4 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
165,0 (2014: 172,0)
 
Der durchschnittliche Flächenertrag der Wintergerste wird nach ersten Berechnungen des Thüringer Landesamtes für Statistik mit 60 dt/ha um 25 Prozent unter dem Rekordertrag des Vorjahres von 79 dt/ha und rund 13 Prozent unter dem langjährigen Mittel von 69 dt/ha liegen. Die Thüringer Landwirte hatten nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung in diesem Jahr auf knapp 60 Prozent der 610.500 ha umfassenden Ackerfläche Getreide angebaut.

Ende Juni schätzten die Thüringer die Ernte noch wie folgt ein:
  • Winterweizen: 220.100 Hektar, 6,2 t/ha (Vorjahr: 8,3 t/ha), insgesamt 1,4 Millionen Tonnen
  • Roggen und Wintermenggetreide: 5,9 t/ha (1,6 Tonnen unter Vorjahr, 0,6 Tonnen unter dem Mittel der letzten sechs Jahre), insgesamt 55,9 Tausend Tonnen
  • Triticale: 5,6 t/ha, 21 Prozent unter Vorjahr (7,1 Tonnen je Hektar)
  • Wintergerste: 6,0 t/ha (27 Prozent unter dem Rekordertrag von 2014 und 15 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre)
  • Sommergerste: 4,7 t/ha, (26 Prozent unter Vorjahr, 15 Prozent unter dem langjährigen Mittel)
  • Hafer: 3,4 t/ha (17 Prozent bzw. 23 Prozent weniger als 2014 bzw. dem Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2014), insgesamt 13.000 Tonnen
  • Winterraps: 3,3 t/ha (25 Prozent unter Vorjahr und 14 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt), insgesamt 372.000 Tonnen

Rheinland-Pfalz

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
47,3 dt/ha (2014: 56,3 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
200,6 (2014: 239,2)
 
Das Statistische Landesamt von Rheinland-Pfalz erwartet mit insgesamt knapp 1,4 Mio. t - ohne Körnermais - eine nur unterdurchschnittliche Getreideernte (Stand: 30. Juni). Das wären rund neun Prozent weniger als 2014, während der langjährige Durchschnitt um gut fünf Prozent unterschritten würde. Die Prognose im einzelnen:
  • Bei Winterweizen wird ein mittlerer Ertrag von 66 dt/ha geschätzt, womit das Vorjahresniveau von 72 dt/ha um 9,1 % verfehlt würde.
  • Der erwartete Sommergerstenertrag soll mit 48 dt/ha etwa 14 % unter dem letztjährigenWert von 56 dt/ha liegen.
  • Der Durchschnittsertrag der Wintergerste wird sich den Statistikern zufolge voraussichtlich mit 60 dt/ha nahezu auf dem Niveau des langjährigen Mittels von 62 dt/ha bewegen, aber unter der Vorjahreslinie von 65 dt/ha.
  • Beim Winterraps werden im Schnitt 34 dt/ha angepeilt. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies ein Minus von 20 %; der langjährige Durchschnitt würde um etwa 6 % verfehlt.
Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Michael Horper, rechnet mit deutlichen Ertragseinbußen beim Raps.Wo es noch ausreichende Niederschlagsmengen gegeben habe, seien Erträge von mehr als 40 dt/ha erzielt worden. Hinzu komme, dass die Ölgehalte niedriger ausfielen als im vergangenen Jahr.

Baden-Württemberg

Für Sommergerste meldet die Braugersten-Gemeinschaft folgenden Stand (15. August):
Ertrag
45,0 dt/ha (2014: 60 dt/ha)
Erntemenge in 1.000 Tonnen
270,0 (2014: 356,0)
 
In Baden-Württemberg bringen Landwirte im mehrjährigen Vergleich eine Durchschnittsernte ein. Gegenüber dem Vorjahr sind die Erträge jedoch um rund zehn Prozent niedriger. Die Getreide- und Rapsernte ist landesweit überwiegend abgeschlossen.
 
Angesichts schwieriger Vegetationsbedingungen sind die Getreideerträge bei ordentlichen Qualitäten häufig besser als erwartet. Regional haben vor allem schwache Standorte aufgrund zu geringer Niederschläge Ertragseinbußen zu verkraften. Im Vergleich zum sehr guten Vorjahresergebnis ist die Getreide- und Rapsernte 2015 in Baden-Württemberg deutlich geringer.
 
Rapsernte
Im Ertrag fällt die Rapsernte landesweit enttäuschend aus. Dieser liegt deutlich unter dem Vorjahr und häufig unter dem langjährigen Mittel. Das Tausendkorngewicht ist relativ gering. Die Qualität ist im Schnitt jedoch gut. Die Ölgehalte liegen bei 42 bis 45 Prozent.
 
Wintergerste
Ca. +2 % im Vergleich zum langjährigen Mittel, -10 % zum Vorjahr.
Qualität: Die geforderten 65 kg/hl beim Hektolitergewicht werden meist erzielt.
 
Winterweizen
Im langjährigen Mittel, ca. -10 % zum Vorjahr. Teilweise niedrige Proteinwerte; gebietsweise 15 Prozent Protein und mehr.
 
Sommergerste
Ca. -2 % zum langjährigen Mittel, -10 % zum Vorjahr.
Qualität: geforderte 85 % Vollgerstenanteil im Schnitt deutlich übertroffen; teils bis 98 %.
 
Triticale
Ca. -3 % im Vergleich zum langjährigen Mittel, ca. -10 % zum Vorjahr.
 
Hafer
Ca. -10 % im Vergleich zum langjährigen Mittel, ca. -12 zum Vorjahr.
 
Roggen
Im langjährigen Mittel, ca. -6 % zum Vorjahr.
 
Im langjährigen Mittel, ca. -15 % zum Vorjahr. Ölgehalte 42 bis 45 %.
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