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Bundeslandwirtschaftsministerium

Erntebericht 2016: Schlechte Preise, unterdurchschnittliche Ernte

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Anke Fritz, agrarheute
am
26.08.2016

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat seinen Erntebericht für 2016 vorgestellt. Es ist eine Kombination aus niedrigen Erzeugerpreisen und unterdurschnittlichen Ernten.

Die deutsche Getreide- und Rapsernte fällt in diesem Jahr unterdurchschnittlich aus. Das zeigt die aktuelle Erntebilanz des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die internationalen Getreidemärkte sind wegen reichlicher Ernten in vielen Regionen der Erde sehr gut versorgt. Die heimischen Erzeugerpreise liegen niedriger als vor Jahresfrist.

Getreideernte: Erträge 4,5 Prozent unter dem Vorjahr

Die deutsche Getreideernte wird einschließlich Körnermais insgesamt rund 45,5 Millionen Tonnen erreichen. Das mehrjährige Mittel (2010 bis 2015: 46,7 Millionen Tonnen) wird damit verfehlt (- 2,5 Prozent). Dies ist das vorläufige Ergebnis der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE)“ auf der Basis von repräsentativen Ertragsmessungen.

Die Hektarerträge sind bei Getreide im Erntejahr 2016 durchschnittlich ausgefallen. Nimmt man alle Getreidearten zusammen, so erreicht der Hektarertrag nach den bisher vorliegenden Messungen 71,7 Dezitonnen und liegt damit um 4,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, aber genau auf dem Niveau des mehrjährigen Mittels.
 

Weizenernte: Hektarerträge von 77 Dezitonnen

Beim Weizen wurden 24,6 Millionen Tonnen wurden geerntet, 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als 98 Prozent dieser Menge entfällt auf Winterweizen, der– abgesehen von Körnermais – das höchste Ertragspotenzial unter den Getreidearten aufweist. In diesem Jahr werden für Winterweizen im Bundesdurchschnitt nur unterdurchschnittliche Hektarerträge von 77 Dezitonnen erreicht. Gemessen an den regionalen Ertragserwartungen fielen insbesondere die Erträge im Nordosten, aber auch im Südwesten und Westen niedrig aus.

Roggenernte: Hektarerträge 0,7 Prozent unter dem Vorjahr

Die Roggenernte fällt 2016 mit 3,23 Millionen Tonnen deutlich geringer aus als die Ernte des Vorjahres (- 7 Prozent). Hauptgrund dafür: Die Landwirte schränkten den Anbau weiter ein. Die Hektarerträge des vergangenen Jahres konnten im Bundesdurchschnitt dagegen nahezu erreicht werden (- 0,7 Prozent). Zur Vermahlung als Brotgetreide werden in Deutschland rund 800.000 Tonnen Roggen benötigt.
 

Wintergerstenernte: Hektarerträge von 70,8 Dezitonnen

Die Ernte der Wintergerste erbrachte niedrige Hektarerträge von 70,8 Dezitonnen, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz einer erneut ausgedehnten Anbaufläche unterschreitet die Erntemenge mit 9,0 Millionen Tonnen die der letzten Jahre deutlich (- 6 Prozent gegenüber Vorjahr, - 9 Prozent gegenüber dem mehrjährigen Mittel).

Winterrapsernte: 7,0 Prozent unter der Erzeugung von 2015

Die Ernte von Winterraps, der in Deutschland bedeutendsten Ölsaat, fällt trotz einer etwas größeren Anbaufläche auf Grund widriger Witterungsbedingungen klein aus. Mit etwas mehr als 4,6 Millionen Tonnen liegt sie um 7,0 Prozent unter der Erzeugung von 2015 und um 10,9 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel. Die Ölgehalte der bisher im Rahmen der BEE untersuchten Rapsproben fallen niedriger als in den beiden Vorjahren aus.

Erzeugerpreise liegen deutlich unter dem Vorjahr

Die reichliche Marktversorgung prägt auch die Preisentwicklung an den internationalen Märkten in den letzten Jahren. Der FAO-Index der Getreidepreise an den internationalen Märkten lag im Juli 2016 um 5,6 Prozent unter Vormonat und um 11 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Er erreichte zugleich den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Die Erzeugerpreise in Deutschland liegen generell deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

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