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Erntedank trotz Krisenernte

von , am
29.09.2010

Bonn - Am Erntedankfest, dieses Jahr am 3. Oktober, wird traditionell die Wertschätzung für Getreide zum Ausdruck gebracht.

© Thomas Perkins/fotolia

"2010 gibt es jedoch zwei große Wermutstropfen zur Ernte", teilt Manfred Weizbauer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen e. V. (VDM), mit: "Die schlechten Erntequalitäten der Brotgetreidesorten Weizen und Roggen sowie die gestiegene Nutzungskonkurrenz durch die Bioenergie." Doch beiden Entwicklungen bieten die deutschen Mühlen Paroli.

Die diesjährige Getreideernte ist hinsichtlich der Getreidequalität die schlechteste seit Jahrzehnten. Selbst in Anbaugebieten für Qualitätsweizen wurde oft nur Futterweizen geerntet.

Mühlen sichern "Erntedank"

"Nur ein Drittel der diesjährigen Getreideernte erreicht die vom Backgewerbe benötigten Qualitäten", resümiert Weizbauer. Dennoch dürften Bäcker und Verbraucher vom gesunkenen Qualitätsniveau kaum etwas bemerken - die Mühlen gewährleisten durch überregionale Käufe und technologische Prozesse, dass Mahlerzeugnisse und Backwaren die gewohnten hohen Anforderungen an Qualität und Lebensmittelsicherheit erfüllen.

Nutzungskonkurrenz verschärft

Die Nutzungskonkurrenz zwischen Getreide für Nahrungsmittel und zur Energieerzeugung hat sich angesichts der Erntesituation wieder verschärft. Zum Jahresende 2010 werden bereits 18 Prozent der gesamten Ackerfläche für den Anbau von Getreide zu Energiezwecken benötigt. Diese besonders hochwertigen Böden in Deutschland sind dann für mehrere Jahre dem Ernährungszweck entzogen. Die Diskussion "Teller oder Tank" ist nicht nur mit Blick auf die Ernährung der steigenden Weltbevölkerung bei begrenzten Ressourcen zu führen. "Wir sollten uns in Deutschland darüber im Klaren sein, dass die starke Förderung des Anbaus von Energiepflanzen eine Konkurrenzsituation zur Nahrungsversorgung schafft", gibt Weizbauer zu bedenken.

Vom Feld auf den Teller

600 deutsche Mühlen vermahlen Jahr für Jahr rund acht Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Ihre Mahlerzeugnisse - Mehl, Schrot, Kleie, Vollkornprodukte - sind die Grundlage für die unerreichte Vielfalt von Brot und Backwaren in Deutschland. Mit rund 6.000 Beschäftigten erwirtschaften die Mühlen einen Jahresumsatz von nahezu zwei Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mit Sitz in Bonn vertritt ihre Interessen. (ots)

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