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Ernteschätzung: 400.000 Tonnen Streuobstäpfel

von , am
07.08.2013

Bonn - Die vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF) durchgeführte Schätzung des Streuobstanbaus in Deutschland prognostiziert für das Jahr 2013 eine voraussichtliche Erntemenge von rund 400.000 Tonnen.

Die Methode zur Ernteabschätzung wird seit 1996 angewendet und ist relativ genau. Die Ernte 2013 wird demnach eher schwach ausfallen. © VdF
"Damit", so VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger "wird eine um rund 30 Prozent geringere Ernte als im Vorjahr zu erwarten sein, wie unsere 70 Schätzer in allen wichtigen Anbaugebieten festgestellt haben". Das Erntejahr 2013 wird besonders durch starke regionale Unterschiede gekennzeichnet sein.
 
Baden-Württemberg, mit 50 Prozent des Streuobstanbaus in Deutschland, hat dieses Jahr mit einer sehr schwachen Ernte zu rechnen. Wurden dort in guten Jahren schon über 600.000 Tonnen geerntet, liegt die Ernteschätzung in diesem Jahr nur bei rund 200.000 Tonnen. Positiver wird die Situation in den nördlichen und östlichen Bundesländern gesehen. Hier rechnet man mit einer zwar schwachen aber immer noch durchschnittlichen Ernte.

Gründe regionaler Unterschiede

Die Gründe für die diesjährigen unterdurchschnittlichen Ernteerwartungen sind zum einen in dem ungewöhnlich langen Winter zu finden, zum anderen auch in der darauffolgenden explosionsartigen Blüte, die jedoch bei relativ kalten Temperaturen, begleitet von hohen Niederschlägen, stattfand. Der notwendige Bienenflug war demzufolge dieses Jahr sehr schwach ausgeprägt. Eine weitere Konsequenz der wenig frühlingshaften Witterung sind die um zwei Wochen in der Vegetation zurückliegenden und signifikant kleiner ausfallenden Früchte. Die Größe der Äpfel wirkt sich stark auf die Menge aus. Ein Zentimeter Durchmesser pro Apfel bei der Ernteschätzung entspricht einer 30 prozentigen Gewichtserhöhung bei der Ernte.

Hoffen auf genug Regen

Positiv für die Ernteentwicklung ist sicher die ausreichende Wasserversorgung, die aufgrund der Regenfälle der letzten Tage zu einer ordentlichen Durchfeuchtung des Bodens beigetragen hat und den Bäumen somit genügend Wasser zur Verfügung stellt. Sollte es also in den jetzt folgenden Wochen bis zur Ernte noch genügend Niederschlag geben, könnten die Ernteerwartungen noch nach oben korrigiert werden.

VdF-Apfelernteschätzung

Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie führt seit 1996 die von ihm entwickelte sogenannte "Bavendorfsche Fruchtbehangschätzung" durch. Mit einem speziell entwickelten Sehrohr wird jedes Jahr im Juli ermittelt, wie viele Früchte die Bäume tragen. Nach einer speziellen Methode und einem entsprechenden Berechnungsverfahren wird per Hochrechnung eine annähernd präzise Aussage über den Ernteerfolg eines Jahres gegeben. Gemessen und bewertet wird der Apfelbehang ausschließlich auf Streuobstwiesen, Apfelplantagen sind ausgenommen.

Fruchtiger Naturschutz

In Deutschland werden rund 230.000 Hektar Fläche als Streuobstwiesen bewirtschaftet. Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung bieten sie auch über 5.000 Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum und Nährboden. Die deutschen Fruchtsaftkeltereien produzieren vor allem für den heimischen Markt. Pro Kopf und Jahr trinken die Deutschen 8,5 Liter Apfelsaft oder 9,2 Liter Apfelschorle. Insgesamt stellte die deutsche Fruchtsaftindustrie im vergangenen Jahr rund 3,9 Milliarden Liter Fruchtsaftgetränke her.

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