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Erntestart: "Bayerns Futterversorgung ist gesichert"

von , am
23.07.2012

Maisach - Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat die Ernte 2012 offiziell eröffnet. Die Ertragsaussichten im Freistaat sind gut, aber variieren regional: Der Süden steht besser da als der Norden.

 
Die bayerischen Bauern können laut Staatsministerium heuer mit insgesamt überdurchschnittlichen Ernteerträgen rechnen. Auch dieses Jah sei jedoch bei den Ertragsaussichten wieder ein Süd-Nord-Gefälle zu verzeichnen, wie der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei der Erntepressefahrt im Landkreis Fürstenfeldbruck sagte. Während in Südbayern mit einer ausgesprochen guten Getreideernte gerechnet werde, seien die Aussichten in Nordbayern deutlich schlechter. Den Bauern dort machten vor allem die Fröste im Februar und die geringen Niederschläge im Frühjahr zu schaffen. In Unterfranken etwa waren dem Frost 40 Prozent der Wintergerste und ein Viertel des Winterweizens zum Opfer gefallen. Insgesamt sei jedoch die Futterversorgung der Bauern laut Brunner gesichert, auch wegen der sehr gut entwickelten Maisbestände.
 

Warten auf Sonnentage

"Sommergerste, Roggen und Winterweizen brauchen je nach Region noch ein paar schöne Sonnentage", erklärte BBV-Präsident Heidl. Die Haupternte könnte dann Ende Juli bis Anfang August in weiten Teilen Bayerns in vollem Gange sein. "Gut für die Ernte waren die Niederschläge und die relativ kühlen Temperaturen im Juni und Juli: Sie sorgten für eine gute Kornfüllung." Wegen der Frostschäden Anfang des Jahres und der daraus resultierenden größeren Anbauflächen von Sommergetreide rechnet der BBV mit einer Getreideernte von 6,4 Millionen bis 6,6 Millionen Tonnen. Dieses Ergebnis läge leicht über der Vorjahresmenge und etwas unter dem langjährigen Mittel, berichtete Heidl. Konkrete Zahlen würde es aber erst Mitte bis Ende August geben.

Die Futterversorgung ist gesichert

Überwiegend gut präsentieren sich landesweit die übrigen Kulturarten: Die Rapsernte wird besser als im vergangenen Jahr und bewege sich im langjährigen Durchschnitt. Sehr gut steht bayernweit der Mais, die Bestände haben derzeit einen Wachstumsvorsprung von einer Woche. Sehr gut entwickelt sind nach Angaben des Ministers auch die Kartoffel- und die Zuckerrübenbestände: Die Qualitäts- und Ertragserwartungen sind bei Kartoffeln gut, bei Zuckerrüben sogar sehr gut. Beim Grünland hat die Witterung für einen guten Aufwuchs gesorgt, lediglich in Nordbayern wurde wegen der Trockenheit im Frühjahr beim ersten Schnitt ein geringerer Ertrag geerntet.

 

BBV erwartet stabile Preisentwicklung

Anders als im Vorjahr, als die Preise mit Beginn der Getreideernte deutlich sanken, erwartet der BBV für diese Ernte eine stabile Preisentwicklung. "Die Preise sind im Moment etwas höher als vor der Ernte 2011", so Hermann Greif, der neue Getreidepräsident im BBV. Mit Blick auf die Preise an der europäischen Leitbörse in Paris meint er: "Bei den Erzeugerpreisen für bayerisches Getreide ist noch Luft nach oben."
 
Weltweit geringe Ernteerwartungen hatten zuletzt für gestiegene Preise auf dem global vernetzten Agrarmarkt gesorgt. Doch auch die erfreulichen Preisentwicklungen bedeuten nicht unbedingt höhere Gewinne für die bayerischen Landwirte. Jedoch ließen dieses Jahr Steigerungen von bis zu elf Prozent bei Düngemitteln, Diesel und Pflanzenschutzmitteln die Produktionskosten in den Betrieben steigen.
 
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