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Aufreger

Erosionsschutz: Leser kritisieren Vorschläge zur guten fachlichen Praxis

Starkregenschaden am Maisfeld
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Julia Eder, agrarheute
am
16.08.2017

Eine Arbeitsgruppe in Bayern hat Vorschläge gemacht, um die gute fachliche Praxis zum Schutz vor Erosion weiterzuentwickeln. Viele Leser sehen die Vorschläge mit Skepsis.

Um die Böden vor Starkregen zu schützen, will Bayern die gute fachliche Praxis weiter entwickeln. Wie wir berichtet haben, hat eine Arbeitsgruppe aus Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung, Technischer Universität München, Deutschem Wetterdienst und praktizierenden Landwirten dazu einige Vorschläge zum Erosionsschutz erarbeitet, wie:

  • Böden möglichst lückenlos bedecken mit Vorfruchtstroh oder Untersaaten
  • Silomais durch mehrjährige Energiepflanzen ersetzen
  • den spätest-möglichen Termin der Zwischenfruchtsaat auf Anfang September vorverlegen
  • und auch: Wintergetreide künftig ohne Fahrgassen säen.

Diese Vorschläge wurden auf Facebook rege diskutiert.

Diskussion um Fahrgassen: Mit oder ohne?

Weizenfeld mit Zwiewuchs ohne Fahrgassen für Futtergetreide

Manuel Gömmel will von dem Vorschlag, ohne Fahrgassen zu säen, nichts wissen: "Ich hab noch nie Fahrgassen gesät. Wozu auch?"

Thomas Richter stellt sich angesichts des Fahrgassen-Themas die Frage: "Wie geht man dann gegen den Zwiewuchs vor, wenn man keine Fahrgassen mehr hat?"

Christoph-Wilhelm Rieckmann antwortet, es seien wohl Gestängebreiten nötig, "die schon mindestens eine 2 an erster Stelle haben sollten und damit meine ich weniger 21, als vielmehr 27, 28, 30, 33, 36 [Meter; Anm. der Redakton]. Dann hast du eine Menge, die sich im Grunde im Erntegut verlieren wird."

Franz Huber scheint aus einer anderen Region zu kommen: "Wer hat schon eine 27 m Spritze? Jedes Mittel ist recht um den Strukturwandel zu beschleunigen."

David Lindemann schickt ein Foto (recht) und schreibt dazu: "Ohne Fahrgassen gedrillt, für Futtergetreide dürfte der minimale Zwiewuchs keine Rolle spielen."

Andere Methoden, um Bodenerosion zu verhindern

Josef Schmid sieht das Problem der Erosion nicht mit bzw. ohne Fahrgassen gelöst: "Angesichts solcher Bilder sind doch nicht Fahrgassen zu diskutieren, sondern Schlaggrößen und die Frage, welche Früchte in Hanglagen anzubauen sind. Bekanntlich erhöht sich die Abflussgeschwindigkeit von Niederschlagswasser im Quadrat zur Hanglänge. Hat das Feld also statt 100, 200 Meter in Hangrichtung, ist die Abflussgeschwindigkeit vier mal so hoch. Da helfen auch die mehr oder weniger vorhandenen Reste einer Winterbegrünung nicht mehr."

Auch Nina Hartung verortet die Erosionsursache woanders: "Die Politik sollte sich mal Gedanken machen in Bezug auf Flächenversiegelung!"

Andreas Mayer teilt ebenfalls seine Erfahrung mit: "Bodenerosion effektiv verhindern, das geht in Reihenkulturen in Hanglage nur mit Direktsaat."

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