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Glyphosat-Klagen

Erster Vergleich im Rechtsstreit um Glyphosat: Klagewelle rollt weiter

Glyphosat-Kanister auf einem abgespritzten Feld
am Dienstag, 31.03.2020 - 09:36 (Jetzt kommentieren)

In dem Verfahren ging es darum, ob die Gefahren von Glyphosat auf den Etiketten des Herbizids Glyphosat verschleiert worden seien. Der Konzern zahlt nach Angaben aus Gerichtsunterlagen umgerechnet 35,8 Mio. Euro.

In den USA hat sich Bayer mit Sammelklägern auf einen ersten Vergleich im Rechtsstreit um Glyphosat geeinigt. In der Auseinandersetzung um die angeblich irreführende Vermarktung des Unkrautvernichters erklärt sich der Konzern nach Angaben von dpa bereit, 39,6 Mio. US-Dollar zu zahlen, umgerechnet 35,8 Mio. Euro. Das gehe aus Gerichtsunterlagen von gestern hervor. Die Einigung umfasse auch einige geänderten Beschriftungen auf den Etiketten des Produkts.

Gericht muss noch zustimmen

In einer Stellungnahme begrüßte der Konzern den vergleich als Lösung zur Zufriedenheit aller Parteien. Das zuständige Gericht in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri muss dem Kompromiss aber noch zustimmen.

Der Einigung waren laut dpa mehr als zwei Jahre lange Rechtsstreitigkeiten in mehreren Bundesgerichtsbezirken vorangegangen.

Einen direkten Zusammenhang mit der Klagewelle in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken von Roundup gibt es laut dpa indes nicht. Vielmehr dauerten die Vergleichsverhandlungen weiter an, aber es gebe noch keine Gewissheit über eine Einigung, so der Konzern.

Klagewelle rollt weiter

Die gerichtlich angeordnete Mediation werde fortgesetzt. Unter Leitung des Anwalts Ken Feinberg laufen schon länger Vergleichsgespräche. Analysten rechnen mit einer Einigung, die den Konzern rund 10 Mrd. US-Dollar kosten könnte.

Zuletzt war Bayer nach eigenen Angaben in den USA mit rund 48 600 Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren konfrontiert. Dazu kommen bisher ein knappes Dutzend kanadische Klagen.  

In den USA hatte Bayer bei diesen Fällen die ersten drei Gerichtsprozesse verloren und hohe Schadenersatzurteile kassiert. Allerdings will der Konzern die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Weitere Informationen finden sich im aktuellen online-Geschäftsbericht von Bayer.

Mit Material von dpa
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